Rohrschellen übernehmen innerhalb industrieller Rohrleitungssysteme wichtige Befestigungs-, Führungs- und teilweise Lagerungsfunktionen. Sie verbinden die Rohrleitung mit Rohrhaltern, Rohrschlitten, Konsolen oder tragenden Stahlkonstruktionen und müssen die auftretenden Kräfte dauerhaft sicher übertragen.
Für bestimmte Rohrschellen stehen konkrete Produktnormen zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere die DIN 3567 für Rohrschellen bestimmter Nennweiten sowie die DIN 86026-1 für Rohrschellen im Schiffbau. Darüber hinaus können abhängig von Werkstoff, Oberfläche, Schweißkonstruktion, Verbindungselementen und Verwendungszweck weitere DIN-, EN- und ISO-Normen relevant sein.
Welche Normen tatsächlich anzuwenden sind, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Bezeichnung Rohrschelle bestimmen. Entscheidend sind die konkrete Bauform, der Einsatzbereich, die konstruktive Funktion und die vertraglich festgelegten Anforderungen des jeweiligen Projekts.
Welche Normen gelten für Rohrschellen?
Für Rohrschellen gibt es nicht eine einzige universelle Norm, die sämtliche Bauformen, Werkstoffe und Einsatzbereiche abdeckt. Es existieren jedoch sehr wohl spezielle Rohrschellennormen für definierte Konstruktionen und Anwendungsgebiete.
Zusätzlich greifen sogenannte begleitende Normen. Diese regeln beispielsweise die Eigenschaften der eingesetzten Stähle, den Korrosionsschutz, die Qualität von Schweißverbindungen oder die mechanischen Eigenschaften der verwendeten Schrauben.
| Norm oder Normenreihe | Typischer Bezug zur Rohrschelle |
|---|---|
| DIN 3567 | Rohrschellen für bestimmte Nennweiten und standardisierte Bauformen |
| DIN 86026-1 | Rohrschellen für Rohre im Schiffbau |
| DIN EN 10025 | Technische Lieferbedingungen für Baustähle |
| DIN EN 10088 | Werkstoffe und Lieferbedingungen für nichtrostende Stähle |
| DIN EN ISO 1461 | Anforderungen und Prüfverfahren für Feuerverzinkungen |
| DIN EN ISO 12944 | Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme |
| DIN EN ISO 5817 | Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen |
| DIN EN ISO 3506 | Mechanische Eigenschaften korrosionsbeständiger Verbindungselemente |
| DIN EN 1090 | Nur relevant, wenn das konkrete Bauteil in den Anwendungsbereich tragender Stahl- oder Aluminiumbauteile fällt |
Zusätzlich können Werksnormen, Kundenzeichnungen, Klassifikationsvorschriften, Lastenhefte oder branchenspezifische technische Regeln verbindlich sein.
Produktnorm, Werkstoffnorm und Fertigungsnorm unterscheiden
Bei der technischen Spezifikation einer Rohrschelle ist es wichtig, die unterschiedlichen Aufgaben der Normen zu verstehen.
Produktnormen
Eine Produktnorm beschreibt eine bestimmte Bauform oder Produktgruppe. Sie kann unter anderem Abmessungen, Formen, Nennweiten, Werkstoffe oder konstruktive Merkmale festlegen.
DIN 3567 und DIN 86026-1 sind Beispiele für Normen mit direktem Bezug zu Rohrschellen. Eine Rohrschelle nach einer solchen Norm besitzt definierte Merkmale, die ihre Vergleichbarkeit und reproduzierbare Fertigung erleichtern.
Werkstoffnormen
Werkstoffnormen regeln die Eigenschaften und Lieferbedingungen des eingesetzten Materials. Eine Rohrschelle kann beispielsweise nach DIN 3567 gefertigt werden und gleichzeitig aus einem Stahl bestehen, dessen technische Lieferbedingungen in einem Teil der DIN EN 10025 beschrieben werden.
Bei Edelstahl können je nach Halbzeug und Werkstoffform Teile der DIN-EN-10088-Reihe relevant sein. Weitere Hinweise zur Werkstoffauswahl enthält der Ratgeber Rohrschellen aus Edelstahl oder Stahl.
Fertigungs- und Qualitätsnormen
Weitere Normen beziehen sich auf einzelne Fertigungsschritte oder Qualitätsmerkmale. Dazu gehören beispielsweise Anforderungen an Feuerverzinkungen, Beschichtungssysteme, Schweißverbindungen oder Schrauben.
Eine Rohrschelle kann deshalb gleichzeitig durch mehrere technische Regelwerke spezifiziert werden. Die Produktnorm allein beschreibt nicht automatisch sämtliche Anforderungen an Werkstoff, Tragfähigkeit, Oberfläche und Dokumentation.
DIN 3567 für industrielle Rohrschellen
Die DIN 3567 trägt die Bezeichnung „Rohrschellen für NW 20 bis 500“. Sie beschreibt standardisierte Rohrschellenbauformen für definierte Nennweiten und gehört zu den wichtigsten direkten Produktnormen für industrielle Rohrschellen.
Rohrschellen nach DIN 3567 werden vor allem im Anlagen- und Rohrleitungsbau verwendet. Sie bestehen typischerweise aus geformtem Flachstahl und umschließen das Rohr mit zwei miteinander verschraubten Schellenhälften.
Im Lieferprogramm von STEBA gehören unter anderem Rohrschellen nach DIN 3567 Form A und Form B zu den möglichen Ausführungen.
DIN 3567 Form A
Bei Form A besitzen beide Seiten eine vergleichbare Laschengeometrie. Diese Ausführung eignet sich für zahlreiche klassische Befestigungsaufgaben an Rohrhaltern, Konsolen und Tragkonstruktionen.
DIN 3567 Form B
Bei Form B ist eine Lasche verlängert. Dadurch ergeben sich andere Befestigungs- und Einbaumöglichkeiten. Welche Form geeignet ist, hängt von der vorgesehenen Anschlusskonstruktion und den projektspezifischen Abmessungen ab.
Eine Bezeichnung nach DIN 3567 ersetzt nicht die technische Auslegung. Auch bei einer genormten Rohrschelle müssen Lasten, Materialstärke, Schrauben, Korrosionsschutz und Befestigungsabstände geprüft werden.
DIN 86026-1 für Rohrschellen im Schiffbau
DIN 86026-1 gilt für Rohrschellen für Rohre im Schiffbau und deckt einen großen Bereich von DN 8 bis DN 1400 ab. Die Norm ist besonders für maritime Rohrleitungssysteme relevant, bei denen standardisierte Abmessungen und zuverlässige Befestigungen erforderlich sind.
Im Schiffbau wirken neben dem Eigengewicht der Rohrleitung zusätzliche Belastungen durch Schiffsbewegungen, Vibrationen, Beschleunigungen und wechselnde Temperaturen. Hinzu kommen Feuchtigkeit, salzhaltige Luft und teilweise begrenzte Einbauräume.
Eine Rohrschelle nach DIN 86026-1 ist deshalb Teil einer umfassenderen technischen Planung. Werkstoff, Oberflächenbehandlung, Schrauben und die Verbindung zur Schiffskonstruktion müssen auf den konkreten Einbauort abgestimmt werden.
Vergleichbare Anforderungen gelten im Bereich Offshore sowie bei Rohrbefestigungen für Marineschiffe. Abhängig vom Projekt können zusätzlich Vorschriften von Klassifikationsgesellschaften, Werften oder Auftraggebern gelten.
DIN, EN und ISO: Was bedeuten die Bezeichnungen?
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| DIN | Vom Deutschen Institut für Normung veröffentlichte nationale Norm |
| EN | Europäische Norm, die von den nationalen Normungsorganisationen übernommen wird |
| ISO | Internationale Norm der International Organization for Standardization |
| DIN EN | Europäische Norm, die in das deutsche Normenwerk übernommen wurde |
| DIN EN ISO | Internationale ISO-Norm, die europäisch und anschließend national übernommen wurde |
Die Kombination mehrerer Kürzel bedeutet nicht, dass mehrere voneinander unabhängige Normen gelten. Eine DIN EN ISO ist eine international erarbeitete Norm, die als europäische und deutsche Fassung übernommen wurde.
Ist die Anwendung einer DIN-Norm verpflichtend?
DIN-, EN- und ISO-Normen sind nicht automatisch in jedem Fall gesetzlich verpflichtend. Verbindlichkeit kann jedoch entstehen, wenn:
- eine Norm in einem Vertrag oder einer Bestellung genannt wird,
- eine Kundenzeichnung darauf verweist,
- eine Ausschreibung die Einhaltung verlangt,
- eine Rechtsvorschrift oder technische Regel auf sie Bezug nimmt,
- sie Bestandteil einer Konformitätsbewertung ist,
- eine Klassifikationsgesellschaft oder Genehmigungsstelle sie fordert,
- sie als anerkannte technische Grundlage für die Konstruktion vereinbart wird.
Für den Hersteller und Besteller ist deshalb entscheidend, die anzuwendenden Normen vor Fertigungsbeginn eindeutig festzulegen. Die allgemeine Formulierung „nach DIN“ ist für eine technisch belastbare Bestellung nicht ausreichend.
Wann ist DIN EN 1090 für Rohrschellen relevant?
DIN EN 1090 bezieht sich auf die Ausführung und Konformitätsbewertung von Stahl- und Aluminiumtragwerken beziehungsweise tragenden Bauteilen. Sie gilt nicht pauschal für jede Rohrschelle.
Relevant kann die Normenreihe werden, wenn eine Rohrschelle oder eine damit verbundene Konstruktion:
- als tragendes Bauprodukt in Verkehr gebracht wird,
- dauerhaft Lasten in ein Bauwerk oder Tragwerk einleitet,
- Bestandteil einer nach DIN EN 1090 auszuführenden Stahlkonstruktion ist,
- im Vertrag ausdrücklich dem entsprechenden Anwendungsbereich zugeordnet wurde.
Eine einfache Rohrschelle innerhalb einer Maschine, Prozessanlage oder nicht bauordnungsrechtlich erfassten Rohrhalterung fällt nicht allein aufgrund ihrer Tragfunktion automatisch unter DIN EN 1090.
Ob die Norm gilt, muss anhand des konkreten Verwendungszwecks, der Einbausituation und der rechtlichen Einordnung geprüft werden.
Benötigen Rohrschellen eine CE-Kennzeichnung?
Auch eine CE-Kennzeichnung ist nicht grundsätzlich für jede Rohrschelle erforderlich. Entscheidend ist, ob das Produkt unter eine entsprechende europäische Harmonisierungsregel fällt und als Bauprodukt mit definierten Leistungseigenschaften in Verkehr gebracht wird.
Eine CE-Kennzeichnung darf deshalb nicht pauschal mit einer allgemeinen Qualitätskennzeichnung verwechselt werden. Sie ist kein freiwilliges Gütesiegel, sondern Bestandteil eines festgelegten europäischen Konformitätsverfahrens.
Bei projektspezifischen Rohrschellen, Maschinenteilen oder Komponenten innerhalb industrieller Anlagen kann eine andere rechtliche Einordnung vorliegen als bei tragenden Bauprodukten. Die Zuordnung sollte im Zweifel projektbezogen geklärt werden.
Werkstoffnormen für Stahl-Rohrschellen
Für Rohrschellen aus Baustahl ist häufig die DIN-EN-10025-Reihe relevant. Sie besteht aus mehreren Teilen für unterschiedliche Stahlgruppen und Lieferzustände.
Für unlegierte Baustähle wie S235 oder S355 ist insbesondere der jeweils passende Teil der Normenreihe zu beachten. Die genaue Werkstoffbezeichnung muss vollständig angegeben werden, da Zusatzbezeichnungen unter anderem Aussagen zum Lieferzustand und zu weiteren Eigenschaften enthalten können.
| Werkstoffgruppe | Typische Verwendung | Zu prüfen |
|---|---|---|
| S235 | Allgemeine Rohrschellen und weniger stark belastete Konstruktionen | Materialstärke, Lasten, Schweißbarkeit und Korrosionsschutz |
| S355 | Höher belastete Rohrschellen und Tragkonstruktionen | Konkrete Werkstoffausführung, Lieferzustand und Verarbeitung |
| Höherfeste oder warmfeste Stähle | Besondere Last- oder Temperaturanforderungen | Temperaturabhängige Kennwerte und Schweißeignung |
Die Auswahl eines höherfesten Stahls führt nicht automatisch zu einer besseren Rohrschelle. Geometrie, Schweißverbindungen, Schrauben und die angrenzende Konstruktion müssen zur gewählten Stahlgüte passen.
Werkstoffnormen für Edelstahl-Rohrschellen
Die DIN-EN-10088-Reihe beschreibt nichtrostende Stähle und deren technische Lieferbedingungen. Welche Teile relevant sind, hängt unter anderem davon ab, ob Bleche, Bänder, Stäbe oder andere Halbzeuge verarbeitet werden.
Typische Werkstoffe für Edelstahl-Rohrschellen sind beispielsweise 1.4301, 1.4404, 1.4571 oder 1.4462. Bezeichnungen wie V2A oder V4A reichen für eine eindeutige Spezifikation nicht aus.
Die konkrete Werkstoffnummer muss auf folgende Faktoren abgestimmt werden:
- äußere Korrosionsbelastung,
- Kontakt mit Prozessmedien,
- Chlorid- und Salzbelastung,
- Betriebs- und Umgebungstemperatur,
- Schweiß- und Fertigungsverfahren,
- Werkstoffpaarung mit Rohr, Schrauben und Tragkonstruktion.
Edelstahl ist nicht unter sämtlichen Bedingungen korrosionsbeständig. Hinweise zu den Unterschieden zwischen Stahl- und Edelstahlvarianten finden Sie im Ratgeber Rohrschellen aus Edelstahl oder Stahl.
Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 1461
DIN EN ISO 1461 beschreibt allgemeine Eigenschaften und Prüfverfahren für Feuerverzinkungen auf gefertigten Eisen- und Stahlteilen. Sie ist relevant, wenn eine Stahl-Rohrschelle nach der Fertigung durch Eintauchen in eine Zinkschmelze feuerverzinkt wird.
Die Norm enthält unter anderem Anforderungen an:
- Schichtdicken,
- Erscheinungsbild der Verzinkung,
- Haftung und Gleichmäßigkeit,
- Prüf- und Messverfahren,
- Abnahmekriterien.
Eine Feuerverzinkung muss bereits bei der Konstruktion berücksichtigt werden. Enge Spalten, geschlossene Hohlräume, ungünstige Bohrungen oder fehlende Entlüftungsmöglichkeiten können die Verzinkbarkeit beeinträchtigen.
Außerdem verändert die Zinkschicht die Abmessungen des Bauteils. Gewinde, Bohrungen und enge Passungen müssen deshalb auf die spätere Beschichtung abgestimmt werden.
Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 12944
Die DIN-EN-ISO-12944-Reihe befasst sich mit dem Korrosionsschutz von Stahlkonstruktionen durch Beschichtungssysteme. Sie besteht aus mehreren Teilen, die unter anderem Umgebungsbedingungen, konstruktive Gestaltung, Oberflächenvorbereitung, Beschichtungssysteme, Prüfung und Ausführung behandeln.
Für lackierte Rohrschellen sind insbesondere folgende Angaben wichtig:
- Korrosivitätskategorie der Umgebung,
- Innen- oder Außenaufstellung,
- Feuchtigkeit und Kondensat,
- chemische Belastung,
- gewünschte Schutzdauer,
- Untergrundvorbereitung,
- Beschichtungsaufbau,
- Trockenschichtdicke,
- Temperaturbelastung,
- Prüf- und Dokumentationsumfang.
Die Angabe „lackiert nach DIN EN ISO 12944“ ist allein nicht vollständig. Zusätzlich müssen mindestens Umgebung, Schutzdauer und gewünschter Schichtaufbau festgelegt werden.
In der eigenen Lackiererei kann STEBA unter anderem Grundierungen, Endbeschichtungen, Teilbeschichtungen und projektspezifische Mehrschichtsysteme umsetzen. Die Ausführung wird auf Werkstoff, Einsatzumgebung und Kundenspezifikation abgestimmt.
Schweißverbindungen nach DIN EN ISO 5817
DIN EN ISO 5817 beschreibt Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen aus Stahl, Nickel, Titan und deren Legierungen. Die Norm legt keine vollständige Konstruktion einer Rohrschelle fest, sondern dient zur Bewertung der ausgeführten Schweißnähte.
Je nach Beanspruchung und Projektanforderung wird eine geeignete Bewertungsgruppe festgelegt. Dabei werden unter anderem folgende Unregelmäßigkeiten betrachtet:
- Poren und Einschlüsse,
- Bindefehler,
- Einbrandkerben,
- Nahtüberhöhungen,
- Form- und Maßabweichungen,
- Risse und unzulässige Oberflächenfehler.
Die geforderte Bewertungsgruppe sollte bereits in Zeichnung oder Bestellung angegeben werden. Eine pauschal höhere Bewertungsgruppe ist nicht automatisch wirtschaftlich oder technisch notwendig.
Schrauben und Verbindungselemente nach DIN EN ISO 3506
Für Schrauben, Bolzen und Muttern aus korrosionsbeständigem Edelstahl kann die DIN-EN-ISO-3506-Reihe relevant sein. Sie beschreibt unter anderem Werkstoffgruppen und mechanische Eigenschaften verschiedener Verbindungselemente.
Die Schrauben einer Rohrschelle dürfen nicht unabhängig vom Schellenkörper ausgewählt werden. Zu berücksichtigen sind:
- Werkstoff und Festigkeitsklasse,
- Korrosionsbeständigkeit,
- Temperaturbelastung,
- erforderliche Vorspannkraft,
- Werkstoffpaarung mit der Rohrschelle,
- Risiko von Kontaktkorrosion,
- Gefahr des Fressens bei Edelstahlverschraubungen,
- Zugänglichkeit für Montage und Wartung.
Bei hohen Temperaturen oder besonderen Medien können zusätzliche Anforderungen an die Verbindungselemente gelten.
Abnahmeprüfzeugnisse und Materialnachweise
Bei Industrieprojekten werden häufig Material- und Prüfzeugnisse verlangt. Welche Dokumente erforderlich sind, muss vertraglich festgelegt werden.
Typische Nachweise sind:
- Werksbescheinigungen,
- Abnahmeprüfzeugnisse 3.1,
- Materialzeugnisse für Grundwerkstoffe,
- Nachweise für Schrauben und Muttern,
- Schweißanweisungen und Verfahrensprüfungen,
- Schweißerprüfungen,
- Maßprüfprotokolle,
- Schichtdickenmessungen,
- Beschichtungsprotokolle,
- Kennzeichnungs- und Chargennachweise.
STEBA kann Rohrschellen abhängig von der Ausführung mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 sowie Größen- oder Chargenkennzeichnung liefern.
Normgerecht bedeutet nicht automatisch richtig dimensioniert
Eine Rohrschelle kann formal einer Produktnorm entsprechen und dennoch für eine konkrete Anwendung ungeeignet sein. Normmaße ersetzen keine Lastberechnung und keine Prüfung der tatsächlichen Einsatzbedingungen.
Für die Dimensionierung müssen unter anderem berücksichtigt werden:
- tatsächlicher Außendurchmesser des Rohres,
- Rohrwerkstoff und Wandstärke,
- Eigengewicht der Rohrleitung,
- Gewicht des transportierten Mediums,
- Gewicht von Dämmung, Armaturen und Anbauteilen,
- Befestigungsabstände,
- statische und dynamische Lasten,
- Schwingungen und Vibrationen,
- thermische Längenänderungen,
- Korrosions- und Temperaturbelastung,
- Tragfähigkeit der Unterkonstruktion.
Eine ausführliche Darstellung bietet der Beitrag Rohrschellen berechnen und dimensionieren.
Festpunkte, Führungslager und Gleitlager
Eine Norm-Rohrschelle besitzt nicht automatisch eine eindeutig festgelegte Lagerfunktion. Erst die gesamte Konstruktion entscheidet, ob die Rohrleitung fixiert, geführt oder beweglich gelagert wird.
Rohrhalter, Rohrschellen, Tragplatten, Führungen und Rohrschlitten werden deshalb häufig als gemeinsames Rohrlagersystem ausgelegt.
| Lagerfunktion | Aufgabe |
|---|---|
| Festpunkt | Fixiert die Rohrleitung und leitet definierte Kräfte in die Tragkonstruktion ein |
| Führungslager | Begrenzt seitliche Bewegungen und gibt die Bewegungsrichtung vor |
| Gleitlager | Trägt die Rohrleitung und ermöglicht kontrollierte Längsbewegungen |
Insbesondere bei heißen Rohrleitungen müssen Festpunkte und bewegliche Lagerungen gemeinsam geplant werden. Ergänzende Hinweise enthält der Ratgeber Rohrschellen richtig auswählen.
Branchenspezifische Normen und Anforderungen
Neben allgemeinen Produkt-, Werkstoff- und Fertigungsnormen bestehen in vielen Branchen zusätzliche technische Vorgaben.
| Branche | Typische zusätzliche Anforderungen |
|---|---|
| Anlagenbau | Kundenzeichnungen, Werksnormen, Lastenhefte und projektspezifische Dokumentation |
| Maschinenbau | Maßhaltigkeit, kompakte Einbauräume, Schwingungsbelastung und reproduzierbare Serienfertigung |
| Rohrleitungsbau | Lastberechnung, Befestigungsabstände, Festpunkte, Führungen und thermische Bewegungen |
| Schiffbau | DIN 86026-1, Werftvorgaben, Klassifikationsregeln, Vibrationen und maritime Korrosionsbelastung |
| Offshore | Hohe Korrosivitätsbelastung, Salzwasser, dynamische Lasten und projektbezogene Beschichtungssysteme |
| Chemische Industrie | Medienbeständigkeit, Werkstoffnachweise, Temperatur und chemische Korrosionsbelastung |
| Kraftwerksbau | Hohe Temperaturen, Druckschwankungen, dynamische Lasten und große thermische Bewegungen |
| Wasserstoffanlagen | Projektbezogene Werkstoff-, Sicherheits-, Prüf- und Dokumentationsvorgaben |
| Lebensmittelindustrie | Reinigbarkeit, geeignete Edelstahlgüten, hygienische Konstruktion und Beständigkeit gegen Reinigungsmedien |
Eine Norm, die für eine Rohrschelle im allgemeinen Anlagenbau geeignet ist, muss deshalb nicht automatisch sämtliche Anforderungen eines Schiffbau-, Chemie- oder Kraftwerksprojekts erfüllen.
Standard-Rohrschelle oder Sonderanfertigung?
Standardisierte Rohrschellen erleichtern Planung, Beschaffung und Austausch. Sie sind sinnvoll, wenn die genormten Abmessungen, Werkstoffe und Anschlussmöglichkeiten zur Konstruktion passen.
Eine Sonderanfertigung kann erforderlich sein bei:
- abweichenden Rohrdurchmessern oder Zwischenmaßen,
- besonderen Laschengeometrien,
- individuellen Lochbildern,
- höheren Materialstärken,
- außergewöhnlichen Lasten,
- begrenzten Einbauräumen,
- besonderen Werkstoffen,
- kundenspezifischen Beschichtungssystemen,
- vorgegebenen Kennzeichnungen,
- besonderen Dokumentationsanforderungen.
Eine Sonderanfertigung bedeutet nicht, dass ohne Normen gearbeitet wird. Auch eine nach Zeichnung gefertigte Rohrschelle kann unter Anwendung relevanter Werkstoff-, Schweiß-, Oberflächen- und Prüfnormen hergestellt werden.
Passende Laschen, Adapterplatten, Winkel und weitere konstruktive Zusatzprodukte können ebenfalls nach Zeichnung oder projektspezifischer Vorgabe gefertigt werden.
Welche Angaben gehören in eine Bestellung?
Je genauer eine Rohrschelle spezifiziert wird, desto geringer ist das Risiko von Missverständnissen und Nacharbeiten.
Eine technische Bestellung sollte möglichst folgende Angaben enthalten:
- anzuwendende Produktnorm einschließlich Ausgabe oder Projektvorgabe,
- Bauform und Formbezeichnung,
- Rohrnennweite und tatsächlicher Außendurchmesser,
- Werkstoff einschließlich vollständiger Werkstoffbezeichnung,
- Materialstärke und Schellenbreite,
- Bohrungen und Lochabstände,
- Schrauben, Muttern und Festigkeitsklassen,
- Oberflächenbehandlung oder Beschichtungssystem,
- Korrosivitäts- und Temperaturanforderungen,
- Schweißanforderungen und Bewertungsgruppe,
- Maß- und Fertigungstoleranzen,
- Kennzeichnungs- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen,
- benötigte Prüf- und Materialnachweise,
- Stückzahl und Lieferumfang.
Zusätzlich sollten Zeichnungen, CAD-Daten und Angaben zur tatsächlichen Belastung übermittelt werden.
Häufige Fehler bei normgerechten Rohrschellen
Normen schaffen eine wichtige technische Grundlage. Fehler entstehen dennoch, wenn eine Norm falsch ausgewählt oder nur unvollständig angewendet wird.
- Es wird lediglich „nach DIN“ bestellt, ohne eine konkrete Norm zu nennen.
- Eine Produktnorm wird mit einer vollständigen statischen Auslegung verwechselt.
- Eine alte oder zurückgezogene Normausgabe wird ungeprüft übernommen.
- Werkstoff und Oberflächenbehandlung werden nicht eindeutig festgelegt.
- Die tatsächliche Belastung wird nicht berechnet.
- Schrauben und Muttern werden unabhängig vom Schellenkörper ausgewählt.
- DIN EN 1090 wird pauschal auf jede Rohrschelle übertragen.
- Eine CE-Kennzeichnung wird ohne Prüfung des Anwendungsbereichs gefordert.
- Korrosivitätskategorie und Schutzdauer werden nicht definiert.
- Werksnormen und Kundenzeichnungen widersprechen einander.
- Materialzeugnisse werden erst nach abgeschlossener Fertigung angefordert.
- Normmaße werden trotz abweichendem Rohraußendurchmesser verwendet.
Weitere Auswahl- und Planungsfehler erläutert der Beitrag Typische Fehler bei der Auswahl von Rohrschellen.
Rohrschellen nach DIN und Kundenvorgabe von STEBA
STEBA fertigt industrielle Rohrschellen unter anderem nach DIN 3567 Form A und Form B sowie nach DIN 86026-1. Darüber hinaus sind Ausführungen nach Werksnorm, Kundenzeichnung, CAD-Daten, Muster oder projektspezifischer Vorgabe möglich.
Zum Fertigungsspektrum gehören Standardgrößen, Sonderdurchmesser, Zwischenmaße, unterschiedliche Materialstärken, individuelle Laschen, Sonderbohrungen und kundenspezifische Anschlussgeometrien.
Verarbeitet werden unter anderem Baustähle wie S235 und S355 sowie verschiedene Edelstahlgüten. Abhängig von der Anwendung sind rohe, gestrahlte, grundierte, lackierte, mehrschichtig beschichtete oder feuerverzinkte Oberflächen möglich.
Die Rohrschellen können auf Wunsch mit Schrauben, Muttern, Größenprägung, Chargenkennzeichnung und Abnahmeprüfzeugnis geliefert werden. Bei komplexen Lagerungsaufgaben lassen sie sich mit Rohrhaltern, Rohrschlitten und weiteren Komponenten zu einer abgestimmten Rohrbefestigung kombinieren.
Die wichtigsten Punkte zu DIN-Normen für Rohrschellen
Für bestimmte Rohrschellen existieren direkte Produktnormen. Besonders relevant sind DIN 3567 für definierte industrielle Rohrschellen und DIN 86026-1 für Rohrschellen im Schiffbau.
Weitere Normen regeln Werkstoffe, Feuerverzinkung, Beschichtungssysteme, Schweißverbindungen, Verbindungselemente oder tragende Stahlkonstruktionen. Sie gelten jedoch nur, wenn ihr jeweiliger Anwendungsbereich tatsächlich berührt wird.
Eine genormte Bauform ersetzt weder die Lastberechnung noch die Prüfung von Temperatur, Korrosion, Rohrdurchmesser und Einbausituation. Für sichere Rohrbefestigungen müssen Produktnorm, Werkstoff, Oberfläche, Verbindungselemente und Lagerfunktion gemeinsam spezifiziert werden.
FAQ
Gibt es eine DIN-Norm speziell für Rohrschellen?
Ja. DIN 3567 beschreibt Rohrschellen für bestimmte Nennweiten. Für den Schiffbau steht außerdem DIN 86026-1 für Rohrschellen von DN 8 bis DN 1400 zur Verfügung. Daneben können weitere Normen für Werkstoffe, Oberflächen und Fertigung gelten.
Was ist DIN 3567?
DIN 3567 ist eine Produktnorm für Rohrschellen bestimmter Nennweiten. Sie beschreibt standardisierte Rohrschellenbauformen, darunter Form A und Form B.
Was regelt DIN 86026-1?
DIN 86026-1 gilt für Rohrschellen für Rohre im Schiffbau. Sie deckt Rohrnennweiten von DN 8 bis DN 1400 ab.
Müssen alle Rohrschellen nach DIN gefertigt werden?
Nein. Rohrschellen können auch nach Werksnorm, Kundenzeichnung oder individueller technischer Spezifikation gefertigt werden. Die anzuwendenden Vorgaben müssen im Auftrag eindeutig vereinbart werden.
Ist DIN EN 1090 für jede Rohrschelle erforderlich?
Nein. DIN EN 1090 ist nur relevant, wenn die Rohrschelle oder Konstruktion tatsächlich in den Anwendungsbereich tragender Stahl- oder Aluminiumbauteile fällt. Dies muss projektbezogen geprüft werden.
Benötigt jede Rohrschelle eine CE-Kennzeichnung?
Nein. Eine CE-Kennzeichnung ist nur erforderlich, wenn das Produkt unter eine entsprechende europäische Harmonisierungsregel fällt. Sie ist kein allgemeines Qualitätskennzeichen für sämtliche Rohrschellen.
Welche Norm gilt für feuerverzinkte Rohrschellen?
Für Feuerverzinkungen auf gefertigten Eisen- und Stahlteilen ist DIN EN ISO 1461 relevant. Sie beschreibt unter anderem Eigenschaften, Schichtdicken und Prüfverfahren der Verzinkung.
Welche Norm gilt für lackierte Rohrschellen?
Für den Korrosionsschutz von Stahlkonstruktionen durch Beschichtungssysteme ist die DIN-EN-ISO-12944-Reihe relevant. Zusätzlich müssen Korrosivitätskategorie, Schutzdauer, Untergrundvorbereitung und Beschichtungsaufbau festgelegt werden.
Welche Norm gilt für Schweißnähte an Rohrschellen?
DIN EN ISO 5817 beschreibt Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen. Welche Bewertungsgruppe erforderlich ist, hängt von Belastung und Projektspezifikation ab.
Welche Angaben sind bei einer Bestellung nach DIN erforderlich?
Neben der vollständigen Normbezeichnung sollten Bauform, Rohrdurchmesser, Werkstoff, Materialstärke, Schrauben, Oberfläche, Toleranzen, Prüfanforderungen und benötigte Dokumente angegeben werden.
Können Rohrschellen nach DIN individuell angepasst werden?
Abweichende Abmessungen oder Sonderkonstruktionen können nach Zeichnung gefertigt werden. Sobald von der Norm abgewichen wird, sollte das Bauteil jedoch nicht uneingeschränkt als vollständig normgerecht bezeichnet werden. Die Abweichungen müssen eindeutig dokumentiert werden.
Fertigt STEBA Rohrschellen nach DIN und Kundenzeichnung?
Ja. STEBA fertigt unter anderem Rohrschellen nach DIN 3567, DIN 86026-1, Werksnorm, Kundenzeichnung oder Muster. Auch Sondergrößen, Zwischenmaße, individuelle Bohrbilder und unterschiedliche Oberflächen sind möglich.