Dichtungstechnik für Industrie und Maschinenbau

Die steba GmbH bietet Dichtungstechnik für industrielle Anwendungen. Gemeinsam mit unserem spezialisierten Partner Martan Gummi liefern wir Flachdichtungen, O-Ringe, Profildichtungen, Formdichtungen und individuell gefertigte Dichtungen nach Zeichnung oder Muster.

Technische Dichtungen verhindern das unkontrollierte Austreten von Flüssigkeiten und Gasen. Gleichzeitig schützen sie Maschinen, Pumpen, Armaturen und Rohrleitungssysteme vor dem Eindringen von Schmutz, Feuchtigkeit und anderen Fremdstoffen. Eine zuverlässige Dichtwirkung setzt voraus, dass Werkstoff, Geometrie, Einbauraum und Betriebsbedingungen genau aufeinander abgestimmt sind.

Wir unterstützen Sie von der Auswahl des geeigneten Dichtungswerkstoffs bis zur Fertigung von Einzelteilen, Ersatzdichtungen, Kleinserien und wiederkehrenden Serienbedarfen. Weitere technische Produktbereiche finden Sie auf unserer Übersichtsseite Industrietechnik.

Unsere Leistungen in der Dichtungstechnik

Die Anforderungen an eine Dichtung unterscheiden sich je nach Medium, Druck, Temperatur, Bewegung und Einbausituation. Deshalb umfasst unser Angebot sowohl Standarddichtungen als auch individuell angepasste Dichtungslösungen.

Unser Leistungsspektrum umfasst unter anderem:

  • Flachdichtungen nach Zeichnung
  • Gummidichtungen nach Maß
  • Formdichtungen
  • Profildichtungen
  • O-Ringe in Standard- und Sonderabmessungen
  • Rundschnurringe
  • X-Ringe und Profilschnurringe
  • Wellendichtringe
  • V-Ringe
  • Abstreifer
  • Kolben- und Stangendichtungen
  • Stütz- und Führungsringe
  • Dichtungsplatten und Dichtungsmaterial
  • Dichtungszuschnitte nach Maß
  • Zellkautschuk- und Moosgummidichtungen
  • PTFE-Dichtungen
  • Gummi-Metall-Dichtungen
  • selbstklebend ausgerüstete Dichtungen
  • Ersatzdichtungen nach Muster
  • Einzelteile, Prototypen, Kleinserien und Serienfertigung

Je nach Dichtungsart, Werkstoff, Geometrie und Stückzahl werden unterschiedliche Fertigungsverfahren eingesetzt. Ziel ist eine technisch geeignete und wirtschaftliche Lösung, die sich zuverlässig in die vorhandene Konstruktion integrieren lässt.

Dichtungen nach Zeichnung und Muster

Viele industrielle Dichtungen sind nicht als passendes Standardteil verfügbar. Wir fertigen deshalb Dichtungen auf Grundlage Ihrer technischen Zeichnung, CAD-Daten, Skizze, eines vorhandenen Musters oder konkreter Maßangaben.

Individuell festgelegt werden können unter anderem:

  • Außen- und Innenkontur
  • Länge und Breite
  • Innen- und Außendurchmesser
  • Materialstärke
  • Bohrungen und Lochbilder
  • Aussparungen und Durchbrüche
  • Nuten und Dichtlippen
  • Werkstoff und Werkstoffqualität
  • Shore-Härte
  • Oberflächenstruktur
  • selbstklebende Ausrüstung
  • Toleranzen
  • Stückzahl und Lieferform

Bei vorhandenen Altteilen oder nicht mehr verfügbaren Originaldichtungen kann ein Muster als Grundlage für die Ersatzteilfertigung dienen. Dabei werden Geometrie, Materialstärke und Einbausituation geprüft. Der eingesetzte Werkstoff sollte zusätzlich anhand des Mediums und der Betriebsbedingungen festgelegt werden.

Flachdichtungen nach Maß

Flachdichtungen werden zwischen zwei ruhenden Dichtflächen eingesetzt. Sie gleichen geringe Unebenheiten aus und erzeugen durch die Verschraubung oder Verpressung eine flächige Abdichtung.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Flanschverbindungen
  • Gehäusedeckel
  • Pumpengehäuse
  • Armaturen
  • Rohrleitungsverbindungen
  • Behälter und Apparate
  • Maschinen- und Getriebegehäuse
  • Wartungsöffnungen
  • elektrische Gehäuse

Flachdichtungen können als einfache Ringe, rechteckige Rahmen, komplexe Konturdichtungen oder großformatige Zuschnitte gefertigt werden. Material, Stärke und Geometrie richten sich nach Medium, Temperatur, Druck, Dichtflächen und verfügbarer Flächenpressung.

Fertigungsverfahren für Flachdichtungen

Abhängig von Kontur, Material und Stückzahl kommen unterschiedliche Bearbeitungsverfahren zum Einsatz:

  • Schneiden
  • Plotten
  • Stanzen
  • Wasserstrahlschneiden
  • Laserschneiden geeigneter Dichtungsmaterialien
  • Bohren
  • Spalten
  • Kaschieren
  • selbstklebende Ausrüstung

Für kleine Stückzahlen und komplexe Geometrien eignen sich flexible Schneidverfahren. Bei wiederkehrenden Serien und geeigneten Konturen kann eine Stanzfertigung wirtschaftlicher sein.

O-Ringe und Rundschnurringe

O-Ringe gehören zu den am häufigsten eingesetzten industriellen Dichtelementen. Sie besitzen einen kreisförmigen Querschnitt und werden in einer Nut zwischen zwei Bauteilen verpresst. Der entstehende Anpressdruck sorgt für die Abdichtung.

O-Ringe können abhängig von Konstruktion und Werkstoff für statische sowie begrenzt dynamische Anwendungen eingesetzt werden. Typische Einsatzorte sind:

  • Pumpen
  • Ventile und Armaturen
  • Hydrauliksysteme
  • Pneumatiksysteme
  • Zylinder
  • Gehäuse
  • Rohrverschraubungen
  • Flanschverbindungen
  • Maschinen und Aggregate

Entscheidend für die Funktion sind Innendurchmesser, Schnurstärke, Nutgeometrie, Verpressung, Nutfüllgrad, Werkstoff und Oberflächenqualität der angrenzenden Bauteile.

O-Ringe in Sonderabmessungen

Neben Standardabmessungen sind auch O-Ringe und Rundschnurringe in abweichenden Größen möglich. Bei großen Durchmessern oder geringen Stückzahlen können geklebte oder vulkanisierte Rundschnurringe eine wirtschaftliche Lösung darstellen.

Ob eine solche Ausführung für die Anwendung geeignet ist, hängt insbesondere von Medium, Druck, Bewegung und Anforderungen an die Verbindungsstelle ab.

Statische und dynamische Dichtungen

Die Auswahl und Auslegung einer Dichtung hängt wesentlich davon ab, ob sich die abzudichtenden Bauteile gegeneinander bewegen.

DichtungsartBelastungTypische Beispiele
Statische DichtungKeine dauerhafte Relativbewegung zwischen den DichtflächenFlachdichtungen, Flanschdichtungen und statisch eingesetzte O-Ringe
Linear dynamische DichtungGeradlinige Bewegung von Kolben oder StangenKolbendichtungen, Stangendichtungen und Abstreifer
Rotierende DichtungDrehbewegung von Wellen oder AchsenWellendichtringe, V-Ringe und Rotordichtungen
Oszillierende DichtungWechselnde oder schwenkende BewegungSpezielle Profil- und Formdichtungen

Statische Dichtungen werden hauptsächlich durch Flächenpressung beansprucht. Bei dynamischen Dichtungen kommen Reibung, Verschleiß, Wärmeentwicklung und Schmierung hinzu. Werkstoff, Geometrie und Oberflächen der Gegenlaufflächen müssen daher besonders sorgfältig ausgewählt werden.

Wellendichtringe und rotierende Abdichtungen

Wellendichtringe dichten rotierende Wellen gegenüber Gehäusen ab. Sie verhindern beispielsweise, dass Schmierstoffe austreten oder Schmutz und Feuchtigkeit in Lager- und Antriebssysteme gelangen.

Für die Lebensdauer sind insbesondere folgende Faktoren relevant:

  • Wellendurchmesser
  • Drehzahl
  • Umfangsgeschwindigkeit
  • Werkstoff der Dichtlippe
  • Temperatur
  • Medium
  • Schmierung
  • Oberflächenqualität der Welle
  • Rundlauf und Exzentrizität
  • Druckbelastung

Neben klassischen Radialwellendichtringen können V-Ringe, Gamma-Ringe oder anwendungsspezifische Rotordichtungen eingesetzt werden.

Kolben-, Stangen- und Hydraulikdichtungen

Hydraulik- und Pneumatiksysteme benötigen Dichtungen, die Druck aufnehmen und gleichzeitig kontrollierte lineare Bewegungen ermöglichen. Kolbendichtungen dichten den beweglichen Kolben gegenüber dem Zylinderrohr ab. Stangendichtungen verhindern den Austritt des Mediums entlang der Kolbenstange.

Ergänzende Komponenten sind:

  • Abstreifer zum Schutz vor Schmutz
  • Führungsringe zur Führung von Kolben und Stangen
  • Stützringe zur Stabilisierung von Dichtelementen
  • Gleitringe zur Reduzierung von Reibung
  • kombinierte Dichtungssätze

Bei der Auswahl müssen Druck, Geschwindigkeit, Hub, Medium, Temperatur, Oberflächenqualität und mögliche Druckspitzen berücksichtigt werden.

Profildichtungen und Formdichtungen

Profildichtungen besitzen einen definierten Querschnitt und werden häufig in Nuten, Rahmen, Türen, Gehäusen oder technischen Anlagen eingesetzt. Je nach Profilform dichten sie durch Kompression, eine Dichtlippe oder eine gezielte elastische Verformung ab.

Typische Ausführungen sind:

  • Vollgummiprofile
  • Moosgummiprofile
  • Zellkautschukprofile
  • Lippendichtungen
  • Hohlkammerprofile
  • Klemmprofile
  • Rahmendichtungen
  • Kantenschutzprofile mit Dichtfunktion
  • kundenspezifische Extrusionsprofile

Formdichtungen werden eingesetzt, wenn eine zweidimensionale Flachdichtung oder ein Standardprofil die benötigte Geometrie nicht abbilden kann. Sie können beispielsweise Dichtlippen, unterschiedliche Wandstärken, Befestigungspunkte oder integrierte Funktionsbereiche enthalten.

Dichtungsplatten und Dichtungsmaterial

Dichtungsplatten dienen als Ausgangsmaterial für individuell zugeschnittene Flachdichtungen, Zwischenlagen und Isolierteile. Sie stehen abhängig von der Anwendung in unterschiedlichen Werkstoffen, Härten, Materialstärken und Oberflächen zur Verfügung.

DichtungsmaterialTypische EigenschaftenBeispielhafte Anwendungen
ElastomerplattenElastisch und in unterschiedlichen Werkstoffqualitäten verfügbarFlachdichtungen, Zwischenlagen und Gehäuseabdichtungen
ZellkautschukGeschlossenzellig und gut komprimierbarGehäuse, Türen, Abdeckungen und leichte Flächenabdichtungen
MoosgummiWeich und anpassungsfähigProfile, Rahmen und Abdichtung unebener Flächen
PTFEHohe Chemikalienbeständigkeit und niedrige ReibungChemische Anlagen und anspruchsvolle Medienkontakte
Faserbasierte DichtungsplattenFormstabil und für Flanschverbindungen geeignetRohrleitungen, Pumpen und Armaturen
Grafitbasierte DichtungsmaterialienHohe TemperaturbeständigkeitThermisch belastete Flansch- und Anlagenverbindungen

Die Dichtungsplatte darf nicht ausschließlich nach der maximal angegebenen Temperatur ausgewählt werden. Druck, Medium, Flächenpressung, Alterung und Einsatzdauer beeinflussen die tatsächliche Eignung ebenfalls.

Werkstoffe für industrielle Dichtungen

Der geeignete Dichtungswerkstoff muss gegenüber dem abzudichtenden Medium beständig sein und gleichzeitig die thermischen und mechanischen Anforderungen erfüllen.

WerkstoffWichtige EigenschaftenTypische Dichtungsanwendungen
EPDMSehr gute Beständigkeit gegen Wasser, Witterung und OzonWassertechnik, Außenanwendungen und zahlreiche Flachdichtungen
NBRGute Beständigkeit gegen Mineralöle und FetteMaschinenbau, Hydraulik und ölbelastete Dichtstellen
FKMHohe Temperatur- und ChemikalienbeständigkeitChemische Anlagen, Motoren und aggressive Medien
SilikonBreiter Temperaturbereich und hohe FlexibilitätLebensmitteltechnik, Medizintechnik und thermische Anwendungen
CRGute Witterungsbeständigkeit und ausgewogene MedienbeständigkeitMaschinenbau, Außenanwendungen und Profile
SBRWirtschaftlich und mechanisch belastbarEinfache Flachdichtungen und allgemeine Industrieanwendungen
PTFESehr hohe Chemikalienbeständigkeit und geringe ReibungChemische Industrie, Gleitringe und anspruchsvolle Dichtstellen
PURHohe Verschleiß- und AbriebfestigkeitHydraulikdichtungen, Abstreifer und dynamische Anwendungen
ZellkautschukGeschlossenzellig und kompressibelGehäuseabdichtungen und selbstklebende Dichtstreifen
MoosgummiWeich, flexibel und anpassungsfähigRahmen-, Profil- und leichte Flächenabdichtungen

Die genannten Eigenschaften dienen einer ersten Orientierung. Innerhalb einer Werkstoffgruppe können sich Rezeptur, Härte, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit und vorhandene Zulassungen deutlich unterscheiden.

Weitere Informationen zu technischen Elastomeren, Platten, Profilen und Formteilen finden Sie im Bereich Gummitechnik.

EPDM-Dichtungen

EPDM wird häufig für Wasser, Heißwasser, Witterung und Außenanwendungen eingesetzt. Der Werkstoff besitzt eine gute Beständigkeit gegenüber Ozon und UV-Strahlung.

Typische Einsatzbereiche sind Wassertechnik, Gehäuseabdichtungen, Flachdichtungen und Dichtprofile. Für Mineralöle, Kraftstoffe und viele ölhaltige Medien ist EPDM in der Regel nicht geeignet.

NBR-Dichtungen

NBR ist ein verbreiteter Dichtungswerkstoff für den Maschinenbau sowie für Hydraulik- und Pneumatikanwendungen. Das Material bietet eine gute Beständigkeit gegenüber Mineralölen, Schmierstoffen und Fetten.

NBR wird unter anderem für O-Ringe, Flachdichtungen, Wellendichtringe und Formdichtungen verwendet. Bei starker Witterungs-, UV- oder Ozonbelastung können andere Elastomere geeigneter sein.

FKM-Dichtungen

FKM wird bei hohen Temperaturen und anspruchsvollen Medienkontakten eingesetzt. Der Werkstoff bietet eine hohe Beständigkeit gegenüber zahlreichen Ölen, Kraftstoffen und Chemikalien.

Aufgrund der höheren Materialkosten kommt FKM vor allem dort zum Einsatz, wo wirtschaftlichere Elastomere die geforderte Lebensdauer oder Betriebssicherheit nicht erreichen.

Silikondichtungen

Silikon bleibt über einen breiten Temperaturbereich elastisch und ist in unterschiedlichen Härten und Qualitäten erhältlich. Spezielle Silikonmischungen können für Anwendungen in der Lebensmittel- oder Medizintechnik geeignet sein.

Bei hoher Reibung, starkem Abrieb oder anspruchsvoller dynamischer Belastung müssen die mechanischen Eigenschaften besonders sorgfältig geprüft werden.

PTFE-Dichtungen

PTFE besitzt eine sehr hohe Beständigkeit gegenüber zahlreichen Chemikalien und einen niedrigen Reibwert. Das Material wird deshalb häufig für chemisch belastete Dichtstellen, Gleitringe, Stützringe und spezielle Flachdichtungen eingesetzt.

PTFE verhält sich weniger elastisch als klassische Gummiwerkstoffe. Die Abdichtung muss daher konstruktiv auf Material, Flächenpressung und mögliche Verformung abgestimmt werden. Bearbeitete Bauteile aus PTFE und weiteren technischen Kunststoffen finden Sie ergänzend im Bereich Kunststofftechnik.

Den richtigen Dichtungswerkstoff auswählen

Die Werkstoffauswahl darf nicht nur anhand einer allgemeinen Beständigkeitstabelle erfolgen. Mehrere Belastungen wirken häufig gleichzeitig auf die Dichtung ein.

Zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehören:

  • abzudichtendes Medium
  • Konzentration des Mediums
  • Betriebs- und Spitzentemperatur
  • Betriebsdruck und mögliche Druckspitzen
  • statische oder dynamische Anwendung
  • Bewegungsart und Geschwindigkeit
  • Reibung und Verschleiß
  • Flächenpressung
  • Spaltmaße
  • Oberflächenqualität der Dichtflächen
  • Montagebedingungen
  • Witterungs-, UV- und Ozonbelastung
  • Kontakt mit Lebensmitteln oder Trinkwasser
  • erforderliche Zulassungen
  • Reinigungs- und Sterilisationsverfahren
  • gewünschte Lebensdauer

Auch Wechselwirkungen zwischen mehreren Medien müssen berücksichtigt werden. Eine Dichtung kann beispielsweise während des Betriebs mit einem Prozessmedium und während der Reinigung mit einem vollständig anderen Stoff in Kontakt kommen.

Druck, Temperatur und Flächenpressung

Eine Dichtung funktioniert nur, wenn sie ausreichend und möglichst gleichmäßig verpresst wird. Eine zu geringe Flächenpressung kann Undichtigkeiten verursachen. Eine übermäßige Verpressung kann das Dichtungsmaterial beschädigen oder dauerhaft verformen.

Steigende Temperaturen können Elastizität, Härte, Festigkeit und Alterungsverhalten des Materials verändern. Druck und Temperatur müssen deshalb immer gemeinsam mit Medium, Dichtungsgeometrie und Einbausituation betrachtet werden.

Druckverformungsrest und Rückstellverhalten

Elastomerdichtungen werden während des Einbaus verpresst. Nach längerer Belastung kann ein Teil dieser Verformung dauerhaft bestehen bleiben. Der sogenannte Druckverformungsrest beschreibt, wie gut ein Werkstoff nach einer definierten Beanspruchung in seine ursprüngliche Form zurückkehrt.

Ein ungünstiger Druckverformungsrest kann dazu führen, dass die Dichtung bei Temperaturwechseln, Alterung oder nachlassender Verschraubung nicht mehr ausreichend an den Dichtflächen anliegt.

Nut, Einbauraum und Dichtungsgeometrie

Eine geeignete Dichtung kann nur zuverlässig funktionieren, wenn der Einbauraum korrekt ausgelegt ist. Bei O-Ringen bestimmen Nutbreite, Nuttiefe, Verpressung und Nutfüllgrad die Dichtwirkung.

Bei dynamischen Dichtungen sind zusätzlich Führung, Schmierung, Oberflächenrauheit, Geschwindigkeit und mögliche Druckspitzen zu berücksichtigen. Scharfe Kanten oder ungeeignete Montagesituationen können Dichtungen bereits beim Einbau beschädigen.

Häufige Ursachen für undichte Dichtungen

Dichtungsprobleme entstehen nicht ausschließlich durch den Werkstoff. Häufig liegt die Ursache in einer ungeeigneten Kombination aus Dichtung, Einbauraum und Betriebsbedingungen.

Typische Fehler sind:

  • nicht medienbeständiger Werkstoff
  • zu hohe oder zu niedrige Betriebstemperatur
  • falsche Dichtungsabmessungen
  • zu geringe Verpressung
  • zu hohe Verpressung
  • ungleichmäßige Flächenpressung
  • beschädigte oder verschmutzte Dichtflächen
  • ungeeignete Oberflächenrauheit
  • Montage über scharfe Kanten
  • verdrehte oder gedehnte O-Ringe
  • fehlende Schmierung bei dynamischen Anwendungen
  • zu große Spaltmaße
  • nicht berücksichtigte Druckspitzen
  • chemische Quellung oder Schrumpfung
  • Alterung durch UV-Strahlung oder Ozon

Eine frühzeitige technische Abstimmung reduziert das Risiko von Leckagen, vorzeitigem Verschleiß und ungeplanten Anlagenstillständen.

Ersatzdichtungen und kurzfristiger Wartungsbedarf

Bei Wartungen und Reparaturen werden häufig Dichtungen benötigt, für die keine Zeichnung mehr vorhanden ist oder deren ursprünglicher Hersteller nicht mehr verfügbar ist. In solchen Fällen kann ein vorhandenes Muster vermessen und als Grundlage für eine Ersatzdichtung verwendet werden.

Für die Werkstoffauswahl sind zusätzlich Angaben zum Medium, zur Temperatur, zum Druck und zur bisherigen Einsatzdauer erforderlich. Eine optisch ähnliche Dichtung muss nicht automatisch dieselben technischen Eigenschaften besitzen.

Ergänzende Produkte für Wartung, Reparatur und laufenden Betriebsbedarf finden Sie im Bereich Industriebedarf.

Qualität und Dokumentation

Abhängig von Anwendung und Projekt können unterschiedliche Nachweise und Dokumentationen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise Werkstoffangaben, Maßprüfungen, Chargenkennzeichnungen, Konformitätserklärungen oder Prüfbescheinigungen.

Bei Anwendungen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, hohen Temperaturen oder aggressiven Medien sollte bereits bei der Anfrage angegeben werden, welche Zulassungen und Dokumente benötigt werden. Eine allgemeine Werkstoffbezeichnung reicht für solche Anforderungen häufig nicht aus.

Dichtungstechnik für unterschiedliche Branchen

Industrielle Dichtungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Flüssigkeiten, Gase, Schmierstoffe oder Verschmutzungen zuverlässig kontrolliert werden müssen.

Im Maschinenbau stehen häufig Öle, Fette und dynamische Bewegungen im Mittelpunkt. Die chemische Industrie stellt hohe Anforderungen an die Medienbeständigkeit. In der Lebensmittelindustrie müssen geeignete Materialqualitäten und erforderliche Konformitäten berücksichtigt werden. In der Wassertechnik sind langfristige Dichtheit und geeignete Werkstoffe für Wasser, Reinigungsmedien und Umgebungsbedingungen entscheidend.

Abgrenzung zwischen Dichtungstechnik und Gummitechnik

Die Dichtungstechnik beschäftigt sich gezielt mit Bauteilen, die Flüssigkeiten, Gase oder Verunreinigungen zurückhalten. Im Mittelpunkt stehen Dichtungsgeometrie, Flächenpressung, Einbauraum, Druck und Leckagesicherheit.

Die Gummitechnik umfasst dagegen das breitere Spektrum technischer Elastomerprodukte. Dazu gehören neben Dichtungen auch Gummiplatten, Profile, Puffer, Schwingungsdämpfer, Rollen und Verschleißteile.

Beide Bereiche überschneiden sich bei Gummidichtungen. Nicht jedes Gummiteil ist jedoch eine Dichtung, und nicht jede Dichtung besteht aus Gummi. PTFE, Faserwerkstoffe, Grafit und weitere Materialien können ebenfalls für Dichtungsaufgaben eingesetzt werden.

Dichtungstechnik innerhalb kompletter Industrielösungen

Dichtungen werden häufig mit technischen Bauteilen aus Gummi, Kunststoff oder Metall kombiniert. steba verbindet die Dichtungstechnik deshalb mit weiteren Leistungsbereichen:

Dadurch können beispielsweise Dichtungen, Elastomerauflagen, Kunststoffführungen und metallische Befestigungskomponenten innerhalb eines Projekts gemeinsam betrachtet werden.

Dichtungstechnik mit Martan Gummi

Für Dichtungen und Elastomerprodukte arbeitet steba eng mit Martan Gummi zusammen. Der spezialisierte Partner bietet ein breites Spektrum an Dichtungsmaterialien, O-Ringen, Flachdichtungen, Profilen und individuell gefertigten Dichtungselementen.

Die Zusammenarbeit verbindet die industrielle Projektbetreuung von steba mit spezialisiertem Werkstoff- und Fertigungswissen. Dadurch können Standarddichtungen, kurzfristige Ersatzteile und individuell ausgelegte Dichtungen für anspruchsvolle Anwendungen bereitgestellt werden.

Warum Dichtungstechnik von steba?

  • Dichtungen nach Zeichnung oder Muster
  • Flachdichtungen und Konturdichtungen nach Maß
  • O-Ringe in Standard- und Sonderabmessungen
  • Profil- und Formdichtungen
  • statische und dynamische Dichtungslösungen
  • Elastomer-, PTFE- und weitere Dichtungswerkstoffe
  • Unterstützung bei der Werkstoffauswahl
  • Abstimmung auf Medium, Temperatur, Druck und Bewegung
  • Ersatzdichtungen für Wartung und Instandhaltung
  • selbstklebende Dichtungszuschnitte
  • Einzelteile, Prototypen, Kleinserien und Serien
  • Verbindung mit Gummi-, Kunststoff- und Industrieprodukten
  • spezialisierter Partner Martan Gummi
  • zentrale Projektbetreuung für Industrieunternehmen

Weitere Informationen zu steba und den verschiedenen Geschäftsbereichen finden Sie auf der Startseite der steba GmbH.

Häufige Fragen zur Dichtungstechnik

Was versteht man unter Dichtungstechnik?

Dichtungstechnik umfasst die Auswahl, Auslegung und Fertigung von Bauteilen, die Flüssigkeiten, Gase oder Verunreinigungen zwischen technischen Komponenten zurückhalten. Dazu gehören Flachdichtungen, O-Ringe, Profildichtungen, Wellendichtringe sowie Kolben- und Stangendichtungen.

Welche Dichtungen können geliefert werden?

Zum Produktspektrum gehören unter anderem Flachdichtungen, Formdichtungen, Profildichtungen, O-Ringe, Rundschnurringe, Wellendichtringe, V-Ringe, Abstreifer, Hydraulikdichtungen und individuell zugeschnittene Dichtungsplatten.

Können Dichtungen nach Zeichnung gefertigt werden?

Ja. Dichtungen können auf Grundlage einer technischen Zeichnung, CAD-Datei, Skizze oder konkreter Maßangaben gefertigt werden. Werkstoff, Geometrie, Materialstärke und Stückzahl werden projektbezogen abgestimmt.

Können Dichtungen nach Muster gefertigt werden?

Ja. Ein vorhandenes Muster kann als Grundlage für eine Ersatzdichtung dienen. Für die Auswahl des Werkstoffs werden zusätzlich Angaben zu Medium, Temperatur, Druck und Anwendung benötigt.

Was ist eine Flachdichtung?

Eine Flachdichtung wird zwischen zwei ruhenden Dichtflächen verpresst. Sie gleicht geringe Unebenheiten aus und dichtet beispielsweise Flansche, Gehäuse, Pumpen oder Armaturen ab.

Was ist der Unterschied zwischen einer statischen und einer dynamischen Dichtung?

Bei einer statischen Dichtung bewegen sich die abgedichteten Bauteile nicht dauerhaft gegeneinander. Dynamische Dichtungen arbeiten an linear oder rotierend bewegten Bauteilen und müssen zusätzlich Reibung und Verschleiß beherrschen.

Welcher Dichtungswerkstoff eignet sich für Öl?

NBR wird häufig bei Kontakt mit Mineralölen, Schmierstoffen und Fetten eingesetzt. Bei höheren Temperaturen oder aggressiveren Medien kann FKM geeigneter sein. Die tatsächliche Eignung muss anhand des konkreten Mediums geprüft werden.

Welcher Dichtungswerkstoff eignet sich für Wasser?

EPDM wird häufig für Wasser-, Heißwasser- und Außenanwendungen verwendet. Bei Trinkwasser oder besonderen Prozessanforderungen muss eine entsprechend zugelassene Materialqualität ausgewählt werden.

Welcher Dichtungswerkstoff eignet sich für hohe Temperaturen?

Für höhere Temperaturen kommen abhängig vom Medium häufig FKM, Silikon, PTFE oder spezielle Dichtungsplatten infrage. Entscheidend sind neben der Temperatur auch Druck, Einwirkdauer und mechanische Belastung.

Was muss bei der Auswahl eines O-Rings beachtet werden?

Wichtig sind Innendurchmesser, Schnurstärke, Nutgeometrie, Verpressung, Werkstoff, Medium, Temperatur, Druck und die Frage, ob die Anwendung statisch oder dynamisch ist.

Sind selbstklebende Dichtungen möglich?

Ja. Verschiedene Elastomerplatten, Zellkautschukmaterialien und Dichtungszuschnitte können abhängig von Anwendung und Oberfläche selbstklebend ausgerüstet werden. Die Klebeschicht dient in vielen Fällen hauptsächlich als Montagehilfe.

Welche Angaben werden für eine Dichtungsanfrage benötigt?

Hilfreich sind Zeichnung oder Muster, Abmessungen, Materialstärke, Stückzahl und Angaben zu Medium, Temperatur, Druck und Bewegungsart. Benötigte Zulassungen oder Dokumentationen sollten ebenfalls genannt werden.

Sind Einzelteile und Kleinserien möglich?

Ja. Neben Serienproduktionen können auch einzelne Ersatzdichtungen, Musterteile, Prototypen und Kleinserien gefertigt oder geliefert werden.

Dichtungen und Dichtungstechnik anfragen

Sie benötigen Flachdichtungen nach Zeichnung, O-Ringe, Profildichtungen, Ersatzdichtungen oder eine passende Dichtung für anspruchsvolle Betriebsbedingungen? Senden Sie uns Ihre technischen Unterlagen, ein vorhandenes Muster und Angaben zur Anwendung.

Wir prüfen die Anforderungen und stimmen Dichtungsart, Werkstoff, Abmessungen und Fertigungsverfahren mit Ihnen ab.

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