Wann werden Rohrschlitten eingesetzt?

Ein Rohrschlitten ist ein tragendes Bauteil für industrielle Rohrleitungssysteme. Er nimmt das Gewicht einer Rohrleitung auf, überträgt die entstehenden Lasten auf eine Unterkonstruktion und ermöglicht – abhängig von seiner Ausführung – kontrollierte Bewegungen des Rohres.

Solche Bewegungen entstehen insbesondere, wenn sich eine Rohrleitung durch wechselnde Betriebs- oder Umgebungstemperaturen ausdehnt und wieder zusammenzieht. Der Rohrschlitten verbindet die Rohrleitung mit dem Tragwerk, ohne sie zwangsläufig vollständig starr zu fixieren.

Als Gleitlager kann sich der Schlitten auf einer dafür vorgesehenen Auflagefläche entlang der Rohrachse verschieben. Als Führungslager begrenzt er seitliche Abweichungen. In einer Festpunktkonstruktion verhindert er dagegen gezielt eine Bewegung und leitet die auftretenden Kräfte in die Unterkonstruktion ein.

Die STEBA GmbH fertigt Rohrschlitten für Festpunkte, Gleitlager und Führungslager in verschiedenen Bauformen, Werkstoffen und Bauhöhen sowie nach Werksnorm, Zeichnung oder projektspezifischer Vorgabe.

Welche Aufgabe erfüllt ein Rohrschlitten?

Die zentrale Aufgabe eines Rohrschlittens besteht darin, eine Rohrleitung sicher zu tragen und ihr Bewegungsverhalten gezielt zu steuern. Dabei muss das Bauteil nicht nur das Gewicht des Rohres aufnehmen.

Zur tatsächlichen Belastung gehören je nach Anwendung auch das Gewicht des transportierten Mediums, der Rohrisolierung, von Armaturen und Anbauteilen sowie zusätzliche Betriebs-, Montage- und Störfalllasten.

Ein Rohrschlitten kann insbesondere folgende Aufgaben übernehmen:

  • vertikale Lasten auf Stahlbau, Konsolen oder Tragkonstruktionen übertragen
  • temperaturbedingte Längsbewegungen der Rohrleitung ermöglichen
  • seitliche und vertikale Bewegungen begrenzen
  • die Rohrleitung entlang einer definierten Achse führen
  • Axialkräfte an einem festgelegten Festpunkt aufnehmen
  • den notwendigen Abstand zwischen Rohr und Unterkonstruktion herstellen
  • ausreichenden Raum für eine Rohrisolierung schaffen
  • angeschlossene Armaturen, Flansche und Anlagenteile entlasten

Ein Rohrschlitten ist daher kein einfacher Abstandshalter. Er ist ein konstruktiv relevantes Element innerhalb der gesamten industriellen Rohrbefestigung und beeinflusst die Lastverteilung, die Rohrführung und die Betriebssicherheit der Anlage.

Warum müssen sich Rohrleitungen bewegen können?

Rohrleitungen verändern ihre Länge, wenn sich ihre Temperatur ändert. Das Ausmaß dieser Längenänderung hängt vor allem vom Rohrwerkstoff, der Länge des Leitungsabschnitts und der auftretenden Temperaturdifferenz ab.

Bei langen Rohrleitungen können bereits normale Temperaturwechsel zu Verschiebungen von mehreren Millimetern oder Zentimetern führen. Wird diese Bewegung durch ungeeignete starre Befestigungen verhindert, entstehen zusätzliche Kräfte und Spannungen im gesamten Rohrleitungssystem.

Mögliche Folgen sind:

  • Verformungen der Rohrleitung
  • Überlastung von Schweißnähten und Flanschen
  • Schäden an Armaturen und angeschlossenen Aggregaten
  • Undichtigkeiten
  • erhöhte Festpunktkräfte
  • Überlastung von Halterungen und Tragkonstruktionen

Als Gleitlager ausgeführte Rohrschlitten schaffen eine definierte Bewegungsmöglichkeit. Die Leitung bleibt getragen und geführt, kann sich jedoch innerhalb des vorgesehenen Bereichs verschieben. Wie solche Bewegungswege, Gleitpaarungen und Lagerfunktionen zusammenwirken, erläutert der Beitrag über Rohrschlitten für thermische Längenausdehnung.

Wie ist ein Rohrschlitten aufgebaut?

Der genaue Aufbau eines Rohrschlittens richtet sich nach Rohrdurchmesser, Rohrgewicht, Bauhöhe, Isolierung, Bewegungsfunktion und vorhandener Unterkonstruktion.

Typischerweise besteht ein Rohrschlitten aus einer Rohrumschließung, einer tragenden Fußkonstruktion und einer Auflage- oder Gleitfläche.

Zu den möglichen Bestandteilen gehören:

  • eine oder mehrere Rohrschellen zur Aufnahme des Rohres
  • ein T-Fuß, U-Profil, Winkelprofil oder eine andere tragende Konstruktion
  • eine Grundplatte oder Auflagefläche zur Lastübertragung
  • eine Gleitplatte aus einem geeigneten reibungsarmen Werkstoff
  • Schrauben, Muttern und weitere Verbindungselemente
  • seitliche Führungen oder Anschläge
  • Abhebesicherungen
  • Auflager- und Führungsplatten
  • Korrosionsschutz durch Lackierung, Verzinkung oder geeignete Werkstoffe

Bei isolierten Rohrleitungen muss zusätzlich berücksichtigt werden, wie die Dämmung im Auflagerbereich ausgeführt wird. Eine entsprechend angepasste Bauhöhe verhindert, dass die Isolierung auf der Unterkonstruktion aufliegt oder durch das Eigengewicht der Rohrleitung beschädigt wird.

Gleitlager, Führungslager und Festpunkt unterscheiden

Der Begriff Rohrschlitten beschreibt zunächst die konstruktive Bauform. Für die Planung ist jedoch entscheidend, welche Lagerfunktion der Schlitten innerhalb des Rohrleitungssystems übernehmen soll.

Ausführung Zulässige Bewegung Aufgabe Typische Anwendung
Gleitlager Axiale Bewegung möglich Trägt die Leitung und ermöglicht Längenausdehnung Lange und temperaturbeanspruchte Rohrleitungen
Führungslager Axial beweglich, seitlich begrenzt Hält die Leitung innerhalb der vorgesehenen Bewegungsachse Gerade Rohrleitungsabschnitte und geführte Dehnungsstrecken
Festpunkt Keine planmäßige Bewegung Nimmt Axialkräfte auf und leitet sie in das Tragwerk ein Abgrenzung von Dehnungsabschnitten und Fixierung definierter Punkte

Rohrschlitten als Gleitlager

Bei einem Gleitlager liegt der Fuß des Rohrschlittens auf einer geeigneten Auflage- oder Gleitplatte. Die vertikale Last wird sicher übertragen, während eine horizontale Verschiebung in der vorgesehenen Richtung möglich bleibt.

Der Reibwert der Gleitpaarung beeinflusst die horizontalen Kräfte, die beim Verschieben entstehen. Ein niedriger und möglichst gleichbleibender Gleitwiderstand kann die Beanspruchung von Rohrleitung, Festpunkten und Tragwerk reduzieren.

Rohrschlitten als Führungslager

Ein Führungslager erlaubt die gewünschte axiale Bewegung, begrenzt jedoch Bewegungen quer zur Rohrachse. Seitliche Führungen halten den Rohrstrang innerhalb der berechneten Linie.

Das Führungsspiel muss so gewählt werden, dass die Rohrleitung sicher geführt wird, ohne dass der Rohrschlitten unbeabsichtigt blockiert und dadurch zu einem zusätzlichen Festpunkt wird.

Rohrschlitten in einer Festpunktkonstruktion

Ein Festpunkt verhindert die planmäßige Verschiebung der Rohrleitung an einer definierten Position. Die auftretenden Axialkräfte werden über den Rohrschlitten, seine Anschlüsse und die Befestigung in die Unterkonstruktion eingeleitet.

Festpunkte müssen deshalb nicht nur das Rohrgewicht, sondern auch die aus Temperatur, Reibung, Druck, Richtungsänderungen und weiteren Lastfällen entstehenden Kräfte aufnehmen können. Die Festpunktfunktion ergibt sich immer aus der gesamten Konstruktion und nicht allein aus der Bezeichnung des Rohrschlittens.

Worin unterscheiden sich Rohrschlitten, Rohrhalter und Rohrschelle?

Die Begriffe Rohrschlitten, Rohrhalter und Rohrschelle werden im Alltag teilweise uneinheitlich verwendet. Technisch besitzen sie jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Bauteil Hauptfunktion Kennzeichnendes Merkmal
Rohrschelle Umschließt und befestigt das Rohr Ring-, Bügel- oder Schellenkonstruktion
Rohrhalter Trägt, lagert, positioniert oder führt die Rohrleitung Überbegriff für unterschiedliche tragende Halterungen
Rohrschlitten Trägt und führt die Leitung und ermöglicht gegebenenfalls Gleitbewegungen Fuß- oder Auflagekonstruktion auf einem Tragwerk

Eine Rohrschelle kann Bestandteil eines Rohrschlittens sein. Der vollständige Schlitten besitzt zusätzlich einen tragenden Fuß und eine Auflagefläche.

Rohrhalter bilden dagegen eine größere Gruppe unterschiedlicher Konstruktionen, die Rohrleitungen tragen, positionieren oder führen. Nicht jeder Rohrhalter ist deshalb automatisch ein Rohrschlitten.

Eine weiterführende begriffliche Abgrenzung bietet der Ratgeber über die Unterschiede zwischen Rohrhaltern und Rohrschellen.

Welche Bauformen von Rohrschlitten gibt es?

Rohrschlitten werden in zahlreichen Bauformen gefertigt. Die Form und Dimensionierung des Fußes beeinflussen Tragfähigkeit, Bauhöhe, Stabilität und Anschlussmöglichkeiten.

Eine pauschal beste Ausführung gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Konstruktion zu den auftretenden Lasten, dem erforderlichen Bewegungsweg und der vorhandenen Unterkonstruktion passt.

Häufig verwendete Bauformen sind:

  • Rohrschlitten mit leichtem oder schwerem T-Fuß
  • Rohrschlitten mit U-Profil
  • Rohrschlitten mit Winkelprofil
  • Rohrschlitten mit Doppel-L-Fuß
  • niedrige Bauformen bei begrenztem Einbauraum
  • hohe Bauformen für isolierte Rohrleitungen
  • Ausführungen mit einer oder mehreren Rohrschellen
  • Rohrschlitten mit Führungs- oder Auflagerplatten
  • Konstruktionen mit Abhebesicherung
  • Sonderlängen und Sondergeometrien nach Zeichnung

Bei großen Rohrdurchmessern oder hohen Lasten können verstärkte Profile, zusätzliche Versteifungen und mehrere Befestigungspunkte erforderlich sein. Die Auslegung darf deshalb nicht ausschließlich anhand der Nennweite oder des Rohrdurchmessers erfolgen.

Welche Werkstoffe und Oberflächen sind möglich?

Für Rohrschlitten werden vor allem Stahl und Edelstahl eingesetzt. Die Werkstoffwahl richtet sich nach mechanischer Belastung, Temperatur, Korrosionsbeanspruchung, Reinigungsanforderungen und projektspezifischen Vorgaben.

Ausführung Typische Eigenschaften Mögliche Einsatzbereiche
Stahl S235 oder S355 Hohe Tragfähigkeit und wirtschaftliche Verarbeitung Allgemeiner Anlagen- und Rohrleitungsbau
Grundierter oder lackierter Stahl Projektbezogener Korrosionsschutz Industrieanlagen und geschützte Außenbereiche
Feuerverzinkter Stahl Erhöhter Schutz gegen atmosphärische Korrosion Außenanlagen und feuchte Umgebungen
Edelstahl 1.4301 oder 1.4571 Gute Korrosionsbeständigkeit Maritime, hygienische oder chemisch belastete Bereiche
Sonderwerkstoffe Anpassung an besondere mechanische oder chemische Anforderungen Projektspezifische Industrieanwendungen

Neben dem Grundwerkstoff ist die Gleitpaarung entscheidend. Je nach Projekt können Kunststoffplatten, Edelstahlplatten oder weitere technisch abgestimmte Auflager eingesetzt werden.

Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere:

  • zulässige Flächenpressung
  • Temperaturbeständigkeit
  • Verschleißverhalten
  • Reibwert
  • Feuchtigkeit und Verschmutzung
  • chemische Einflüsse
  • Qualität und Ebenheit der Gegenfläche

Wie wird ein Rohrschlitten richtig ausgewählt?

Die Auswahl sollte immer auf belastbaren technischen Daten beruhen. Ein Rohrschlitten, der lediglich zum Außendurchmesser des Rohres passt, ist nicht automatisch für die tatsächliche Anwendung geeignet.

Wichtige Auswahl- und Auslegungsdaten sind:

  • tatsächlicher Rohraußendurchmesser
  • Rohrwerkstoff und Wandstärke
  • Eigengewicht von Rohr und Medium
  • Gewicht von Isolierung, Armaturen und Anbauteilen
  • Betriebs-, Prüf-, Montage- und Störfalllasten
  • Temperaturbereich und Temperaturdifferenz
  • berechneter Verschiebeweg
  • Funktion als Gleitlager, Führungslager oder Festpunkt
  • erforderliche Bauhöhe
  • Isolierdicke
  • vorhandener Einbauraum
  • Unterkonstruktion und Anschlussart
  • Werkstoff und Korrosionsschutz
  • gewünschte Gleitpaarung
  • Normen, Werksnormen und Dokumentationsanforderungen

Zusätzlich muss festgelegt werden, ob der Rohrschlitten lose aufliegt, geklemmt, verschraubt oder verschweißt wird. Auch seitliche Führungen, Anschläge, Abhebesicherungen sowie Montage- und Wartungszugänge müssen in die Planung einbezogen werden.

Typische Fehler bei Planung und Montage

Fehler entstehen häufig nicht durch ein einzelnes Bauteil, sondern durch eine unvollständige Betrachtung des gesamten Rohrleitungsabschnitts.

Thermische Längenänderung nicht ausreichend berücksichtigt

Wird der erforderliche Bewegungsweg unterschätzt, kann der Rohrschlitten an das Ende der Gleitfläche gelangen oder gegen eine Führung beziehungsweise einen Anschlag stoßen.

Gleitlager unbeabsichtigt blockiert

Schrauben, Schweißpunkte, zu enge Führungen, Korrosion oder Verschmutzungen können eine geplante Gleitbewegung verhindern. Aus dem Gleitlager entsteht dadurch ein unbeabsichtigter Festpunkt.

Vertikale Last unvollständig erfasst

Neben dem Rohrgewicht müssen Medium, Dämmung, Armaturen, Begleitheizung und besondere Betriebszustände berücksichtigt werden.

Reibung bei der Berechnung ignoriert

Der Reibwert der Gleitpaarung erzeugt horizontale Kräfte. Diese wirken auf Festpunkte, Führungen, Rohrleitungen und Unterkonstruktionen.

Gleitfläche zu kurz dimensioniert

Der verfügbare Bewegungsbereich muss zum berechneten Verschiebeweg, zur Montagetemperatur und zur Ausgangsposition des Rohrschlittens passen.

Unterkonstruktion getrennt betrachtet

Ein Rohrschlitten funktioniert nur zusammen mit einer ausreichend tragfähigen, ebenen und korrekt ausgerichteten Unterkonstruktion.

Isolierung und Bauhöhe nicht abgestimmt

Eine unzureichende Bauhöhe kann dazu führen, dass die Isolierung auf dem Tragwerk aufliegt, zusammengedrückt oder beschädigt wird.

Weitere typische Anwendungsfälle und Entscheidungskriterien behandelt der Beitrag Wann werden Rohrschlitten eingesetzt?.

Wo werden Rohrschlitten eingesetzt?

Rohrschlitten werden überall dort benötigt, wo industrielle Rohrleitungen sicher getragen, geführt oder beweglich gelagert werden müssen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Anlagenbau
  • Rohrleitungsbau
  • Kraftwerks- und Energietechnik
  • Chemie- und Prozessindustrie
  • Schiffbau, Marine und Offshore
  • Maschinenbau
  • Wasser- und Abwassertechnik
  • Lebensmittel- und Produktionsanlagen
  • Öl- und Gasindustrie
  • Wasserstoffanlagen

Rohrschlitten im Rohrleitungsbau

Im industriellen Rohrleitungsbau unterstützen Rohrschlitten häufig lange Leitungsabschnitte. Das Lagerungskonzept besteht dabei aus aufeinander abgestimmten Festpunkten, Führungen und Gleitlagern.

Rohrschlitten im Anlagenbau

Im Anlagenbau kommen unterschiedliche Medien, Temperaturbereiche, Lastfälle und Einbausituationen zusammen. Rohrschlitten müssen deshalb häufig projektspezifisch an vorhandene Stahlkonstruktionen und Rohrsysteme angepasst werden.

Rohrschlitten in Chemie- und Prozessanlagen

In der chemischen Industrie sind neben Tragfähigkeit und Bewegungsfunktion insbesondere Korrosionsschutz, Temperaturbeständigkeit und die zuverlässige Führung von Prozessleitungen relevant.

Rohrschlitten für Schiffbau und Offshore

Bei Offshore-Anwendungen wirken zusätzlich Feuchtigkeit, salzhaltige Luft, dynamische Belastungen und starke Korrosionseinflüsse. Werkstoff, Beschichtung und konstruktive Ausführung müssen an diese Bedingungen angepasst werden.

Welche Vorteile bieten individuell gefertigte Rohrschlitten?

Standardisierte Abmessungen reichen nicht für jedes Projekt aus. Individuell gefertigte Rohrschlitten können genau an Rohrdurchmesser, Bauhöhe, Traglast, Bewegungsweg, Unterkonstruktion und Korrosionsschutzanforderungen angepasst werden.

Projektbezogene Fertigungen ermöglichen beispielsweise:

  • Sonder- und Zwischengrößen für abweichende Rohraußendurchmesser
  • definierte Fußhöhen für Isolierungen und vorhandene Trassenlagen
  • verstärkte Konstruktionen für schwere Rohrleitungen
  • angepasste Fußformen für Stahlprofile, Konsolen und Gleitbahnen
  • vorgegebene Werkstoffe und Beschichtungssysteme
  • integrierte Führungen und Anschläge
  • projektspezifische Gleitplatten
  • Abhebesicherungen und weiteres Zubehör
  • Fertigung nach Kundenzeichnung, Werksnorm oder Muster
  • Einzelstücke, Kleinserien und wiederkehrende Serien

Die STEBA GmbH fertigt individuelle Rohrschlitten direkt am Standort in Deutschland. Verarbeitet werden unter anderem S235, S355, 1.4301 und 1.4571. Je nach Projekt sind rohe, gestrahlte, grundierte, lackierte oder feuerverzinkte Oberflächen möglich.

Montage und Wartung von Rohrschlitten

Bei der Montage muss die vorgesehene Bewegungsrichtung eingehalten werden. Gleitflächen sollten sauber, eben, fluchtend und ausreichend lang sein. Führungen müssen das berechnete Spiel aufweisen und dürfen die axiale Bewegung nicht blockieren.

Bei temperaturabhängigen Rohrleitungen kann eine versetzte Kaltstellung erforderlich sein. Der Rohrschlitten wird dabei nicht mittig, sondern abhängig von Montagetemperatur und erwarteter Bewegungsrichtung auf der Gleitfläche positioniert.

Im Rahmen der Wartung sollten insbesondere folgende Punkte kontrolliert werden:

  • Korrosion an Schlitten, Auflager und Befestigungen
  • Verschleiß oder Beschädigung der Gleitplatten
  • Verformungen und Risse
  • lose Schraub- oder Klemmverbindungen
  • blockierte oder verschmutzte Gleitflächen
  • verschobene oder beschädigte Führungen
  • unzulässiger Kontakt mit der Rohrisolierung

Festpunkte und Führungslager verdienen besondere Aufmerksamkeit, da Schäden oder Lockerungen das Bewegungsverhalten eines gesamten Rohrleitungsabschnitts verändern können.

Was ist bei der technischen Auslegung besonders wichtig?

Ein Rohrschlitten funktioniert nur zuverlässig, wenn er als Teil eines abgestimmten Lagerungskonzepts betrachtet wird. Festpunkte, Gleitlager, Führungslager, Rohrbögen, Kompensatoren und Tragkonstruktionen beeinflussen sich gegenseitig.

Die Positionen und Funktionen der Lager sollten deshalb bereits während der Rohrleitungsplanung festgelegt werden. Bei hohen Temperaturen, großen Rohrdurchmessern, langen Leitungsabschnitten oder sicherheitsrelevanten Anlagen ist eine belastbare statische beziehungsweise rohrstatische Berechnung erforderlich.

Fertigungszeichnungen und Montageunterlagen müssen eindeutig erkennen lassen, welche Funktion der jeweilige Rohrschlitten übernimmt. Nur so lässt sich vermeiden, dass ein Gleitpunkt auf der Baustelle versehentlich fixiert oder ein Festpunkt unzureichend verankert wird.

Rohrschlitten tragen, führen und ermöglichen Bewegung

Ein Rohrschlitten ist eine tragende Rohrbefestigung mit einer Fuß- oder Auflagekonstruktion. Er überträgt das Gewicht einer Rohrleitung auf das Tragwerk und kann als Gleitlager, Führungslager oder Bestandteil eines Festpunktes ausgeführt werden.

Seine entscheidende Besonderheit liegt darin, dass er nicht nur das Rohr trägt, sondern das Bewegungsverhalten der Leitung gezielt beeinflusst. Für eine sichere Auslegung müssen Lasten, Temperatur, Bewegungsweg, Lagerfunktion, Bauhöhe, Werkstoff, Oberfläche und Unterkonstruktion gemeinsam betrachtet werden.

Für unterschiedliche Rohrdurchmesser, Bauhöhen und Projektanforderungen bietet STEBA Rohrschlitten nach DIN, Werksnorm, Kundenzeichnung oder individueller Vorgabe – vom Einzelstück bis zur Serienfertigung.

FAQ zu Rohrschlitten

Was ist ein Rohrschlitten einfach erklärt?

Ein Rohrschlitten ist eine tragende Halterung für Rohrleitungen. Er verbindet das Rohr mit einer Unterkonstruktion, nimmt dessen Gewicht auf und ermöglicht je nach Ausführung eine kontrollierte Bewegung entlang der Rohrachse.

Wann wird ein Rohrschlitten benötigt?

Ein Rohrschlitten wird benötigt, wenn eine Rohrleitung abgestützt und zugleich geführt oder beweglich gelagert werden muss. Dies ist insbesondere bei langen Leitungen, hohen Lasten, isolierten Rohren und wechselnden Betriebstemperaturen relevant.

Ist ein Rohrschlitten immer ein Gleitlager?

Nein. Ein Rohrschlitten kann als Gleitlager, Führungslager oder Bestandteil eines Festpunktes eingesetzt werden. Die tatsächliche Funktion ergibt sich aus der Konstruktion, der Auflage, der Befestigung und den zusätzlichen Führungen oder Anschlägen.

Was ist der Unterschied zwischen Rohrschlitten und Rohrschelle?

Eine Rohrschelle umschließt und befestigt das Rohr. Ein Rohrschlitten besitzt zusätzlich eine tragende Fuß- und Auflagekonstruktion. Die Rohrschelle kann somit ein Bestandteil des Rohrschlittens sein.

Können Rohrschlitten für isolierte Rohrleitungen verwendet werden?

Ja. Durch eine angepasste Bauhöhe kann der notwendige Abstand zwischen Rohr und Unterkonstruktion hergestellt werden. Isolierdicke, Lastübertragung und die konstruktive Ausführung im Bereich der Dämmung müssen dabei berücksichtigt werden.

Welche Werkstoffe werden für Rohrschlitten verwendet?

Je nach Anwendung werden Rohrschlitten beispielsweise aus S235, S355, Edelstahl 1.4301 oder Edelstahl 1.4571 gefertigt. Die Auswahl richtet sich nach Traglast, Korrosionsbeanspruchung, Temperatur und projektspezifischen Vorgaben.

Werden Rohrschlitten nach DIN gefertigt?

Rohrschlitten können nach DIN, Werksnorm, Kundenzeichnung, Muster oder projektspezifischer Vorgabe gefertigt werden. Welche Anforderungen gelten, hängt vom jeweiligen Projekt und Einsatzbereich ab.

Welche Angaben werden für eine Anfrage benötigt?

Hilfreich sind der tatsächliche Rohraußendurchmesser, Rohrwerkstoff, Rohrgewicht, Medium, Isolierdicke, gewünschte Bauhöhe, Lagerfunktion, Verschiebeweg, Werkstoff, Oberfläche, Einbausituation, Stückzahl sowie vorhandene Zeichnungen oder Werksnormen.