Gleitende Rohrlager tragen eine Rohrleitung und lassen gleichzeitig definierte Bewegungen zu. Diese scheinbar einfache Aufgabe wird in der Praxis anspruchsvoll, sobald hohe Rohrgewichte, Temperaturänderungen, lange Bewegungswege, korrosive Umgebungen oder begrenzte Einbauräume zusammenkommen.
Ein ungeeignetes Lager kann die berechnete Rohrbewegung behindern, zusätzliche Kräfte erzeugen und Flansche, Armaturen, Schweißnähte oder Tragkonstruktionen belasten.
Eine zuverlässige Planung beginnt deshalb nicht mit der Auswahl eines einzelnen Bauteils. Zuerst müssen die Funktion des Lagerpunkts, die auftretenden Lasten und der erforderliche Bewegungsraum feststehen. Erst anschließend werden Rohrschlitten, Gleitflächen, Führungen, Werkstoffe, Oberflächen und Zubehör dimensioniert.
Passende Konstruktionen für unterschiedliche Lagerfunktionen finden Sie auf der Produktseite Rohrschlitten:
https://stebagmbh.de/rohrschlitten/
Was ist ein gleitendes Rohrlager?
Ein gleitendes Rohrlager ist ein Auflagerpunkt, an dem das Gewicht der Rohrleitung in die Tragkonstruktion eingeleitet wird, während eine Verschiebung zwischen Rohrleitung und Unterkonstruktion möglich bleibt.
Die Bewegung erfolgt meist in Längsrichtung der Rohrleitung. Abhängig vom Leitungssystem kann zusätzlich eine begrenzte Querbewegung erforderlich sein.
Zur Konstruktion gehören typischerweise ein tragendes Bauteil an der Rohrleitung, beispielsweise ein Rohrschlitten oder Rohrschuh, eine ausreichend dimensionierte Auflagerfläche sowie eine geeignete Gleitpaarung. Je nach Funktion kommen Führungsplatten, Anschläge oder Abhebesicherungen hinzu.
Gleitlager, Führungslager und Festpunkt unterscheiden
Die Begriffe werden im Projektalltag teilweise uneinheitlich verwendet. Für die Planung ist entscheidend, welche Bewegungen tatsächlich zugelassen oder verhindert werden sollen.
| Lagerfunktion | Zulässige Bewegung | Hauptaufgabe | Planerischer Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Gleitlager | Längs- und gegebenenfalls Querbewegung | Last tragen und Bewegung ermöglichen | Gleitfläche, Bewegungsweg und Reibung |
| Führungslager | Bewegung in einer definierten Richtung | Rohrleitung auf dem vorgesehenen Weg führen | Führungsspiel, Seitenkräfte und Ausrichtung |
| Festpunkt | Keine planmäßige Verschiebung | Kräfte aufnehmen und gezielt in die Konstruktion einleiten | Kraftniveau, Anschlüsse und Unterkonstruktion |
Ein Rohrschlitten wird nicht allein durch Anschweißen oder Verschrauben zu einem funktionierenden Festpunkt. Ebenso ist ein Bauteil nicht automatisch ein Gleitlager, nur weil es auf einer Stahlfläche aufliegt. Die gesamte Lagerstelle muss zur vorgesehenen Bewegungs- und Kraftfunktion passen.
Grundlagen zu tragenden und beweglichen Rohrbefestigungen erläutert der Ratgeber:
https://stebagmbh.de/was-ist-ein-rohrhalter/
Bewegungsweg der Rohrleitung bestimmen
Der erwartete Bewegungsweg ist eine der wichtigsten Eingangsgrößen. Rohrleitungen dehnen sich bei Erwärmung aus und ziehen sich beim Abkühlen zusammen.
Die Größe dieser Längenänderung hängt vor allem von der freien Leitungslänge, dem Werkstoff und der Temperaturdifferenz zwischen Montage- und Betriebszustand ab.
Vereinfachtes Grundprinzip:
Längenänderung = Ausgangslänge × Wärmeausdehnungskoeffizient × Temperaturänderung
Für die tatsächliche Lagerplanung reicht diese überschlägige Betrachtung häufig nicht aus. Zusätzlich sind Temperaturverteilungen, Anfahr- und Abfahrzustände, mögliche Bewegungen in mehreren Richtungen, die Elastizität der Rohrleitung sowie die Lage von Bögen, Kompensatoren und Festpunkten zu berücksichtigen.
Maßgeblich sind die Ergebnisse der Rohrstatik beziehungsweise der projektspezifischen technischen Berechnung.
Montagezustand und Bewegungsreserve berücksichtigen
Der Rohrschlitten muss im Montagezustand so positioniert werden, dass der verfügbare Gleitweg in die erwartete Bewegungsrichtung ausreicht.
Wird das Bauteil mittig montiert, obwohl sich die Leitung überwiegend nur in eine Richtung bewegt, bleibt ein Teil der Auflagerlänge ungenutzt. Umgekehrt darf eine bewusste Vormontageposition nicht dazu führen, dass bei abweichenden Betriebszuständen die Gegenrichtung blockiert wird.
Planungsregel: Der verfügbare Bewegungsraum sollte nicht nur den rechnerischen Nennweg abdecken. Montageabweichungen, Temperaturtoleranzen und betriebliche Sonderzustände benötigen eine nachvollziehbar festgelegte Reserve.
Lasten am Rohrlager vollständig erfassen
Ein gleitendes Rohrlager nimmt nicht nur das Leergewicht des Rohres auf. Für die Dimensionierung müssen alle relevanten Lastanteile und Lastfälle erfasst werden.
Dazu gehören je nach Anlage:
- Eigengewicht von Rohr, Formstücken und angeschlossenen Bauteilen
- Gewicht des Mediums sowie mögliche Füll-, Prüf- oder Reinigungszustände
- Gewicht von Dämmung, Ummantelung und Begleitheizung
- vertikale, horizontale und gegebenenfalls abhebende Kräfte
- Reaktionskräfte aus thermischer Ausdehnung und Reibung
- Wind-, Schiffs-, Wellen-, Erdbeben- oder Beschleunigungslasten
- Schwingungen, Druckstöße und weitere dynamische Einwirkungen
- Montage-, Wartungs- und außergewöhnliche Betriebszustände
Aus diesen Lasten ergeben sich Anforderungen an Profilquerschnitt, Materialstärke, Schweißverbindungen, Auflagerfläche, Führungsplatten und Unterkonstruktion.
Auch die lokale Belastung des Rohres muss berücksichtigt werden. Bei hohen Lasten oder empfindlichen Rohrwerkstoffen kann eine größere Auflage oder eine verstärkte Konstruktion erforderlich sein.
Reibung nicht unterschätzen
Jede Gleitbewegung erzeugt Reibkräfte. Diese wirken der Rohrbewegung entgegen und werden über Rohrleitung, Lager und Festpunkte in die Konstruktion eingeleitet.
Je höher die vertikale Auflagerlast und der wirksame Reibungskoeffizient sind, desto größer fällt die horizontale Reaktionskraft aus.
Die Gleitpaarung beeinflusst daher nicht nur den Verschleiß, sondern auch die Rohrstatik.
Eine auf Stahl gleitende Stahlfläche kann ein deutlich anderes Verhalten zeigen als eine abgestimmte Kombination aus Edelstahl- und Kunststoffgleitplatte. Verschmutzung, Korrosion, Oberflächenrauheit, Temperatur und Flächenpressung verändern das reale Reibverhalten zusätzlich.
Geeignete Gleitpaarung auswählen
Die Auswahl richtet sich nach Last, Temperatur, Umgebung, Bewegungsweg und gewünschtem Reibverhalten.
Mögliche Ausführungen sind unter anderem:
- Stahl auf Stahl
- Edelstahl auf Edelstahl
- Edelstahl auf technischer Kunststoffplatte
- Stahl auf abgestimmter Gleitplatte
Eine pauschale Materialempfehlung ist nicht sinnvoll, weil jede Gleitpaarung nur innerhalb ihrer zulässigen Belastungs- und Temperaturgrenzen zuverlässig arbeitet.
Zu prüfen sind insbesondere:
- Flächenpressung
- zulässige Betriebstemperatur
- chemische Beständigkeit
- Feuchteaufnahme
- Kriechverhalten
- Abrieb
- Befestigung der Gleitplatte
Die Platte darf sich während der Bewegung weder lösen noch in den Bewegungsweg hinein verformen.
Auflagerlänge und Kontaktfläche festlegen
Die Auflagerfläche muss groß genug sein, damit der Rohrschlitten über den gesamten Bewegungsweg sicher getragen wird.
Entscheidend ist nicht nur die Länge des Schlittens, sondern die verbleibende Überdeckung im ungünstigsten Betriebszustand. Ein Bauteil darf die Auflagerkante nicht erreichen oder überfahren.
Bei der Bemessung sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:
- rechnerischer Bewegungsweg
- Montageposition
- Bewegungsreserve
- Fertigungstoleranzen
- mögliche Querbewegungen
- Breite der Gleitfläche
- zulässige Flächenpressung
Eine zu schmale Auflage erhöht die Flächenpressung und kann bei seitlichen Abweichungen zu Kantenbelastungen führen.
Führungsspiel richtig dimensionieren
Führungsplatten halten den Rohrschlitten auf dem vorgesehenen Bewegungsweg. Sie dürfen jedoch nicht so eng angeordnet sein, dass normale Fertigungs-, Montage- oder Temperaturabweichungen die Bewegung blockieren.
Zu großes Spiel wiederum kann unzulässige Querbewegungen, Schläge oder wechselnde Kontaktkräfte verursachen.
Das erforderliche Führungsspiel hängt unter anderem ab von:
- den zulässigen Querbewegungen
- den Bauteiltoleranzen
- der Ausrichtung der Unterkonstruktion
- erwarteten Verformungen
- den auftretenden Seitenlasten
- der Länge der Führung
Bei langen Führungsstrecken ist zudem zu prüfen, ob Schiefstellungen oder nicht parallele Führungsflächen zum Verkanten führen können.
Führung und Gleitung müssen als System betrachtet werden. Eine Führung, die seitliche Bewegungen verhindert, erzeugt entsprechende Reaktionskräfte. Diese Kräfte müssen vom Rohrschlitten, den Führungsplatten und der Unterkonstruktion sicher aufgenommen werden.
Abhebesicherung mit ausreichendem Freiraum planen
Abhebesicherungen werden eingesetzt, wenn negative Vertikalkräfte, Schiffsbewegungen, Windlasten, Druckstöße oder andere dynamische Einwirkungen ein Abheben des Rohrschlittens verursachen können.
Sie begrenzen die vertikale Bewegung, dürfen aber die planmäßige Gleitbewegung nicht behindern.
Zwischen Sicherung und bewegtem Bauteil ist ein funktional begründetes Spiel erforderlich. Gleichzeitig müssen Befestigung, Materialstärke und Anschlusskonstruktion für die möglichen Abhebekräfte ausgelegt sein.
Eine lediglich konstruktiv ergänzte Lasche ohne Lastnachweis kann ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen.
Bauhöhe und Rohrschlittenkonstruktion abstimmen
Die Bauhöhe beeinflusst die Rohrlage, die Dämmfreiheit und die Stabilität des Rohrlagers.
Hohe Rohrschlitten schaffen Abstand zwischen Rohr und Tragkonstruktion, erhöhen jedoch den Hebelarm für horizontale Kräfte. Dadurch können größere Biegemomente in Fuß, Schweißnähten und Unterkonstruktion entstehen.
Bei der Auswahl zwischen T-Fuß, U-Profil, Winkelprofil, Doppel-L-Fuß oder einer individuellen Konstruktion sind deshalb nicht nur die Einbaumaße zu bewerten.
Weitere Kriterien sind:
- Lastpfad
- Steifigkeit
- Schweißbarkeit
- Zugänglichkeit
- Dämmfreiheit
- Korrosionsschutz
- Montagebedingungen
STEBA fertigt verschiedene Bauformen, Materialien und Sonderlängen nach Werksnorm oder Zeichnung:
https://stebagmbh.de/rohrschlitten/
Werkstoff und Korrosionsschutz passend zur Umgebung wählen
Der Werkstoff des Rohrlagers muss die mechanischen Anforderungen erfüllen und zur Einsatzumgebung passen.
Für industrielle Konstruktionen kommen beispielsweise S235, S355 sowie verschiedene Edelstahlqualitäten infrage. Die konkrete Auswahl hängt von Festigkeit, Korrosionsbelastung, Temperatur, Schweißanforderungen und projektspezifischen Vorgaben ab.
Bei beschichteten Stahlkonstruktionen muss der Korrosionsschutz auch an Kanten, Schweißnähten, Bohrungen und Kontaktstellen wirksam sein.
Gleitflächen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Eine Beschichtung darf nicht unbeabsichtigt den Reibwert erhöhen, abplatzen oder den erforderlichen Bewegungsspalt reduzieren.
Für stark korrosive und maritime Einsatzbedingungen finden Sie ergänzende Hinweise auf der Branchenseite:
https://stebagmbh.de/offshore/
Lagerpunkte als zusammenhängendes System anordnen
Ein einzelnes Gleitlager kann nur dann korrekt funktionieren, wenn die gesamte Rohrführung schlüssig geplant ist.
Festpunkte bestimmen, von welchen Positionen aus sich die Leitung bewegt. Führungslager kontrollieren die Richtung. Gleitlager tragen die Leitung und ermöglichen die berechnete Verschiebung.
Bögen, Kompensatoren und elastische Leitungsabschnitte beeinflussen, wie sich Bewegungen und Kräfte verteilen.
Die Abstände zwischen den Lagerpunkten richten sich unter anderem nach:
- Rohrdurchmesser
- Wanddicke
- Rohrwerkstoff
- Füllgewicht
- Dämmung
- zulässiger Durchbiegung
- dynamischen Anforderungen
- Betriebsbedingungen
Allgemeine Abstandstabellen können eine erste Orientierung geben. Sie ersetzen jedoch keine projektspezifische Auslegung bei hohen Lasten, großen Temperaturen oder kritischen Medien.
Die Bedeutung beweglicher Lagerungen im industriellen Kontext wird auch auf der Seite Rohrleitungsbau beschrieben:
https://stebagmbh.de/rohrleitungsbau/
Unterkonstruktion und Schnittstellen prüfen
Die beste Rohrlagerkonstruktion kann ihre Funktion nicht erfüllen, wenn das Auflager nachgibt, schief steht oder die Kräfte nicht sicher weiterleitet.
Stahlträger, Konsolen, Fundamente und Befestigungsmittel müssen deshalb für folgende Einwirkungen bemessen sein:
- vertikale Lasten
- Reibkräfte
- Führungskräfte
- Abhebekräfte
- dynamische Einwirkungen
- außergewöhnliche Lastfälle
Wichtig sind außerdem ebene und ausreichend steife Gleitflächen.
Schweißverzug, Höhenversätze oder nicht parallele Auflager können zu punktförmigem Kontakt, erhöhtem Verschleiß und Verkanten führen.
Schnittstellen zwischen Rohrstatik, Stahlbau, Anlagenplanung, Fertigung und Montage sollten deshalb frühzeitig abgestimmt werden.
Montageposition eindeutig dokumentieren
Viele Funktionsprobleme entstehen nicht durch eine falsche Berechnung, sondern durch eine unklare Montagevorgabe.
Zeichnungen sollten deshalb eindeutig zeigen:
- vorgesehene Einbaulage
- Bewegungsrichtung
- Montageposition bei definierter Temperatur
- Führungsspiele
- zulässige Bewegungsgrenzen
- Lage der Gleitplatten
- Position von Anschlägen und Sicherungen
Vor der Inbetriebnahme sollte geprüft werden, ob Transportsicherungen entfernt, Gleitflächen sauber, Führungen parallel und alle beweglichen Bereiche frei sind.
Lackreste, Schweißspritzer, lose Schrauben oder falsch positionierte Anschläge können die Beweglichkeit bereits beim ersten Aufheizen einschränken.
Planungsablauf für gleitende Rohrlager
| Arbeitsschritt | Ziel |
| Lagerfunktion definieren | Festlegen, welche Bewegungen zugelassen, geführt oder verhindert werden sollen |
| Betriebs- und Montagezustände erfassen | Temperaturen, Medienzustände, Sonderlastfälle und Montagebedingungen dokumentieren |
| Bewegungen und Kräfte bestimmen | Rohrstatik beziehungsweise projektspezifische Berechnung als Grundlage verwenden |
| Tragende Konstruktion dimensionieren | Rohrschlitten, Profile, Schweißnähte, Auflager und Unterkonstruktion auslegen |
| Gleitpaarung festlegen | Reibung, Temperatur, Flächenpressung, Verschleiß und Umgebung bewerten |
| Führungen und Sicherungen planen | Führungsspiel, Seitenkräfte und gegebenenfalls Abhebesicherung festlegen |
| Werkstoff und Oberfläche bestimmen | Korrosion, Fertigung, Wartung und Gleitfunktion gemeinsam berücksichtigen |
| Zeichnung und Montagevorgaben erstellen | Bewegungsrichtung, Kaltstellung, Toleranzen und Prüfmerkmale eindeutig angeben |
| Montage kontrollieren | Ausrichtung, Sauberkeit, Freigängigkeit und vollständige Auflage prüfen |
| Funktion im Betrieb beobachten | Bei kritischen Anlagen Bewegungsmarkierungen oder Zustandskontrollen vorsehen |
Typische Fehler bei der Planung
Bewegungsweg zu knapp bemessen
Der Rohrschlitten erreicht die Auflagerkante oder einen Anschlag, bevor der maximale Betriebszustand erreicht ist.
Reibung nicht berücksichtigt
Horizontale Kräfte auf Festpunkte und Tragkonstruktion werden unterschätzt.
Führungen zu eng geplant
Fertigungstoleranzen oder Schiefstellungen blockieren die planmäßige Bewegung.
Führungen zu weit geplant
Die Leitung bewegt sich seitlich stärker als vorgesehen oder schlägt an den Führungen an.
Ungeeignete Gleitfläche gewählt
Korrosion, Verschmutzung, hohe Flächenpressung oder falsche Temperaturgrenzen erhöhen Verschleiß und Reibung.
Auflager nicht eben ausgeführt
Kantenbelastungen und Verkanten verhindern eine gleichmäßige Lastübertragung.
Bauhöhe nur geometrisch gewählt
Horizontale Kräfte erzeugen durch den größeren Hebelarm unerwartet hohe Biegemomente.
Montageposition nicht angegeben
Der verfügbare Bewegungsweg liegt auf der falschen Seite des Lagerpunkts.
Rohrlager isoliert betrachtet
Festpunkte, Führungen, Kompensatoren und Rohrsteifigkeit passen funktional nicht zusammen.
Korrosionsschutz behindert die Gleitung
Beschichtungsaufbau oder Lackansammlungen reduzieren das Spiel und verändern das Reibverhalten.
Welche Angaben benötigt ein Hersteller?
Für eine belastbare Fertigung nach Zeichnung oder projektspezifischer Vorgabe sollten die technischen Daten möglichst vollständig bereitgestellt werden.
Dazu gehören:
- Rohrdurchmesser
- Rohrwerkstoff und gegebenenfalls Wanddicke
- Dämmstärke und Mantelabmessungen
- erforderliche Bauhöhe
- maximale vertikale Lasten
- horizontale Lasten
- mögliche Abhebekräfte
- Bewegungsrichtung
- maximaler Bewegungsweg
- gewünschte Lagerfunktion
- Montagetemperatur
- vorgesehene Kaltstellung
- Abmessungen der Unterkonstruktion
- Werkstoff- und Oberflächenanforderungen
- Umgebung und Korrosionsbelastung
- Temperaturbereich
- gewünschte Gleit- und Führungsplatten
- Abhebesicherungen
- Bohrungen und Schrauben
- Werksnormen und Prüfanforderungen
- benötigte Stückzahl
Für individuelle Abmessungen, Sondergeometrien und projektspezifische Ergänzungsteile bietet STEBA Sonderanfertigungen nach technischen Vorgaben an:
https://stebagmbh.de/sonderanfertigungen/
Gleitende Rohrlager für Anlagenbau und Industrie
Gleitende Rohrlager werden in nahezu allen Bereichen eingesetzt, in denen Rohrleitungen Temperaturänderungen oder betriebsbedingte Bewegungen ausführen.
Besonders relevant sind sie im:
- Anlagenbau
- Rohrleitungsbau
- Kraftwerksbau
- in der Energietechnik
- in der chemischen Industrie
- im Schiffbau
- im Offshore-Bereich
Die Anforderungen unterscheiden sich deutlich.
In Energieanlagen stehen häufig hohe Temperaturen und große Bewegungswege im Vordergrund. Im Schiffbau und Offshore-Bereich kommen dynamische Lasten, begrenzte Einbauräume und hohe Korrosionsbelastungen hinzu.
In Prozessanlagen können Werkstoffbeständigkeit, Reinigbarkeit und Anlagensicherheit besondere Ausführungen erfordern.
Weitere Informationen zu branchenspezifischen Anforderungen:
https://stebagmbh.de/anlagenbau/
https://stebagmbh.de/kraftwerksbau/
https://stebagmbh.de/schiffbau/
Gleitende Rohrlager nach Zeichnung fertigen lassen
Standardisierte Grundformen können viele Anwendungen abdecken.
Bei hohen Lasten, ungewöhnlichen Bauhöhen, großen Bewegungswegen oder besonderen Werkstoff- und Oberflächenanforderungen ist eine angepasste Konstruktion häufig die sicherere Lösung.
Die STEBA GmbH fertigt Rohrschlitten und ergänzende Komponenten für Gleit- und Führungslager nach Werksnorm, Kundenzeichnung oder projektspezifischer Vorgabe.
Möglich sind unter anderem:
- unterschiedliche T-Füße
- U-Profile
- Winkelprofile
- Doppel-L-Konstruktionen
- Sonderlängen
- Gleitplatten
- Führungsplatten
- Abhebesicherungen
- projektspezifische Bohrungen
- individuelle Werkstoffe
- verschiedene Beschichtungssysteme
Werkstoffe, Oberflächen und Zubehör werden auf die technischen Anforderungen abgestimmt.
Für eine zielgerichtete Anfrage sollten Sie Zeichnungen, Lasten, Bewegungswege, Werkstoff, Oberfläche, Einbausituation und Stückzahl übermitteln.
So lässt sich früh prüfen, welche Bauform gefertigt werden kann und welche Angaben für die abschließende Auslegung noch erforderlich sind.
Häufige Fragen zu gleitenden Rohrlagern
Was ist der Unterschied zwischen einem Gleitlager und einem Loslager?
Loslager ist ein übergeordneter Begriff für einen Lagerpunkt, der planmäßige Bewegungen zulässt. Ein Gleitlager ist eine konkrete Ausführung, bei der die Bewegung durch Gleiten zwischen zwei Flächen erfolgt.
Je nach Projekt werden die Begriffe teilweise synonym verwendet.
Wie wird der Bewegungsweg eines Rohrlagers berechnet?
Grundlage sind Leitungslänge, Werkstoff und Temperaturänderung.
Für die endgültige Auslegung müssen jedoch die gesamte Rohrgeometrie, Festpunkte, Führungen, Bögen, Kompensatoren und unterschiedliche Betriebszustände in der Rohrstatik berücksichtigt werden.
Warum ist der Reibungskoeffizient wichtig?
Aus Auflagerlast und Reibungskoeffizient entstehen horizontale Kräfte, die der Rohrbewegung entgegenwirken.
Diese Kräfte beeinflussen Festpunkte, Rohrspannungen und Unterkonstruktionen und müssen in der Berechnung berücksichtigt werden.
Wann benötigt ein gleitendes Rohrlager eine Führung?
Eine Führung ist erforderlich, wenn die Rohrleitung nur in einer festgelegten Richtung ausweichen soll oder seitliche Bewegungen begrenzt werden müssen.
Führungsspiel und aufnehmbare Seitenkräfte sind projektspezifisch festzulegen.
Wann ist eine Abhebesicherung sinnvoll?
Sie kommt infrage, wenn negative Vertikalkräfte oder dynamische Einwirkungen ein Abheben des Rohrschlittens verursachen können.
Die Sicherung muss die mögliche Last aufnehmen und gleichzeitig ausreichend Freiraum für die Gleitbewegung lassen.
Welche Gleitplatten eignen sich für Rohrlager?
Die Eignung hängt von Last, Temperatur, Flächenpressung, Geschwindigkeit, Umgebung und gewünschtem Reibverhalten ab.
Technische Kunststoffe und Edelstahlplatten können eingesetzt werden, müssen jedoch als konkrete Materialpaarung bewertet werden.
Wie lang muss die Auflagerfläche sein?
Sie muss den gesamten Bewegungsweg einschließlich Montageposition, Toleranzen und Sicherheitsreserve abdecken.
Im ungünstigsten Zustand muss der Rohrschlitten vollständig und sicher aufliegen.
Können gleitende Rohrlager nach Zeichnung gefertigt werden?
Ja. Rohrschlitten, Führungsplatten, Gleitplatten und Abhebesicherungen können an Rohrdurchmesser, Last, Bauhöhe, Bewegungsweg, Werkstoff und Einbausituation angepasst werden.
Wer ist für die Auslegung des Rohrlagers verantwortlich?
Die Verantwortlichkeiten müssen im Projekt eindeutig festgelegt werden.
Rohrstatik, Stahlbau, Lagerkonstruktion, Fertigung und Montage greifen ineinander. Der Hersteller benötigt belastbare technische Vorgaben. Die abschließende Systemauslegung sollte durch die zuständigen Fachplaner erfolgen.
Zusammenfassung
Gleitende Rohrlager funktionieren zuverlässig, wenn Bewegungsweg, Lasten, Reibung, Führung, Auflager und Unterkonstruktion aufeinander abgestimmt sind.
Entscheidend ist die Betrachtung des gesamten Rohrleitungssystems. Ein ausreichend langes Auflager allein genügt ebenso wenig wie eine hochwertige Gleitplatte, wenn Führungsspiel, Montageposition oder Reaktionskräfte nicht passen.
Die wichtigsten Planungsgrößen sind Lagerfunktion, Rohrbewegung, Lastfälle, Gleitpaarung, Flächenpressung, Führungskräfte, Bauhöhe, Werkstoff, Korrosionsschutz und eindeutige Montagevorgaben.
Für Standardausführungen und individuell gefertigte Lösungen erhalten Sie weitere Informationen direkt bei den Rohrschlitten von STEBA: