Werksnormen schaffen in Unternehmen einheitliche technische Vorgaben für Bauteile, die regelmäßig benötigt werden. Gerade bei Rohrbefestigungen ist das hilfreich: Abmessungen, Werkstoffe, Oberflächen, Kennzeichnungen und weitere Anforderungen können eindeutig definiert und bei jeder Bestellung reproduzierbar umgesetzt werden.
Die steba GmbH fertigt industrielle Rohrbefestigungen nach Werksnorm sowie nach DIN, Zeichnung, Muster und projektspezifischer technischer Vorgabe. Dadurch lassen sich sowohl einzelne Bauteile als auch wiederkehrende Serien an unternehmensinterne Standards anpassen.
Was bedeutet Fertigung nach Werksnorm?
Eine Werksnorm ist eine unternehmensinterne technische Vorgabe. Sie definiert Anforderungen an ein Produkt, einen Werkstoff, eine Ausführung oder einen Fertigungsprozess innerhalb eines Unternehmens oder einer Unternehmensgruppe.
Bei Rohrbefestigungen kann eine solche Vorgabe beispielsweise festlegen:
- Bauform und Abmessungen
- Rohrdurchmesser
- Materialstärke
- Werkstoff
- Lochbilder und Anschlussmaße
- Schweißausführung
- Oberflächenbehandlung
- Beschichtungssystem
- Kennzeichnung
- Toleranzen
- Zubehör
- Prüfanforderungen
- Dokumentationsumfang
Damit entsteht eine eindeutig beschriebene Ausführung, die bei Folgeaufträgen erneut gefertigt werden kann.
Das ist insbesondere für Unternehmen interessant, die an mehreren Anlagen oder Standorten dieselben Rohrbefestigungen einsetzen oder regelmäßig Ersatzteile und Erweiterungen benötigen.
Werksnorm, DIN oder Zeichnung: Wo liegt der Unterschied?
Welche Fertigungsgrundlage sinnvoll ist, hängt davon ab, wie das benötigte Bauteil definiert ist.
| Fertigungsgrundlage | Typischer Einsatz |
|---|---|
| DIN beziehungsweise andere technische Norm | Standardisierte Bauform mit festgelegten Anforderungen |
| Werksnorm | Unternehmensspezifisch standardisierte Rohrbefestigung |
| Kundenzeichnung | Individuell zeichnungsgebundenes Bauteil |
| Muster | Nachfertigung eines vorhandenen Bauteils |
| Projektspezifikation | Individuelle Anforderungen eines konkreten Projekts |
Eine Werksnorm verbindet häufig Standardisierung mit kundenspezifischen Anforderungen. Das Bauteil muss nicht bei jedem Projekt neu konstruiert werden, ist aber dennoch auf die technischen Vorgaben des jeweiligen Unternehmens abgestimmt.
Für einmalige Sonderkonstruktionen kann dagegen eine Fertigung nach Zeichnung geeigneter sein. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Sonderanfertigungen im Rohrleitungsbau.
Welche Rohrbefestigungen können nach Werksnorm gefertigt werden?
Werksnormen können für unterschiedliche Bauteile eines Rohrbefestigungssystems verwendet werden.
Rohrschellen nach Werksnorm
Bei Rohrschellen können unter anderem Durchmesser, Breite, Materialstärke, Bohrungen, Werkstoff, Oberfläche und Kennzeichnung vorgegeben werden.
STEBA fertigt Industrie-Rohrschellen nach DIN- beziehungsweise ISO-Vorgaben, Werksnorm und Kundenzeichnung. Neben Standardgrößen sind auch Sonder- und Zwischengrößen möglich.
Eine unternehmensweit definierte Rohrschelle kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn dieselbe Befestigungsart in verschiedenen Maschinen, Anlagen oder Bauabschnitten wiederkehrend eingesetzt wird.
Rohrhalter nach Werksnorm
Auch Rohrhalter können auf Grundlage einer Werksnorm gefertigt werden.
Abhängig von der Ausführung können unter anderem folgende Merkmale definiert sein:
- Rohrdurchmesser
- Bauhöhe
- Steglänge
- Stegform
- Materialstärke
- Anschlussmaße
- Bohrungen
- Werkstoff
- Oberfläche
- Kennzeichnung
STEBA fertigt Rohrhalter nach Werksnorm, Kundenzeichnung und projektspezifischer Spezifikation. Unterschiedliche Bauformen und Materialien ermöglichen die Anpassung an verschiedene industrielle Anwendungen.
Liegt dagegen eine konkrete Konstruktionszeichnung für ein einzelnes Bauteil vor, finden Sie ergänzende Hinweise unter Rohrhalter nach Zeichnung fertigen lassen.
Rohrschlitten nach Werksnorm
Bei Rohrschlitten können besonders viele konstruktive Merkmale projektspezifisch festgelegt werden. Dazu gehören beispielsweise Bauhöhe, Fußform, Profilabmessungen, Auflageflächen, Führungsabstände, Bohrungen, Werkstoff, Oberflächen und Gleitkomponenten.
STEBA fertigt Rohrschlitten für Festpunkte, Gleitlager und Führungslager unter anderem nach Werksnorm und Kundenzeichnung. Möglich sind Standardausführungen sowie individuell ausgeführte Einzelstücke und Serien.
Warum Unternehmen eigene Werksnormen für Rohrbefestigungen einsetzen
Eine Werksnorm ist vor allem dann sinnvoll, wenn bestimmte Rohrbefestigungen regelmäßig benötigt werden.
Statt bei jeder Bestellung eine neue Ausführung festzulegen, kann eine einmal definierte technische Grundlage verwendet werden.
Das bietet mehrere praktische Vorteile.
Einheitliche technische Ausführung
Werden Rohrbefestigungen für mehrere Anlagen, Standorte oder Projekte benötigt, reduziert eine einheitliche Vorgabe die Zahl unterschiedlicher Varianten.
Abmessungen, Werkstoffe und Oberflächen lassen sich klar definieren.
Wiederholbare Beschaffung
Bei wiederkehrendem Bedarf kann dieselbe Ausführung anhand der vorhandenen Werksnorm erneut bestellt werden.
Insbesondere bei Serien, Ersatzteilbedarf oder langfristig betriebenen Anlagen vereinfacht das die technische Zuordnung.
Eindeutige Kommunikation
Je genauer eine Rohrbefestigung beschrieben ist, desto geringer ist der Interpretationsspielraum zwischen Konstruktion, Einkauf und Fertigung.
Eine eindeutige Werksnorm erleichtert deshalb sowohl die Anfrage als auch die technische Prüfung des Bauteils.
Unternehmensspezifische Anforderungen
Nicht jede industrielle Anforderung wird durch eine allgemeine Norm vollständig abgedeckt.
Ein Unternehmen kann beispielsweise bestimmte Werkstoffe, Korrosionsschutzsysteme, Kennzeichnungen oder Anschlussmaße festlegen. Diese Anforderungen lassen sich innerhalb einer Werksnorm standardisieren.
Welche Unterlagen benötigt der Hersteller?
Für eine sichere Fertigung sollte die gültige Werksnorm möglichst vollständig zur Verfügung gestellt werden.
Abhängig vom Bauteil können zusätzlich weitere Unterlagen erforderlich sein.
Zu einer technischen Anfrage gehören idealerweise:
- Bezeichnung und Nummer der Werksnorm
- aktueller Revisions- beziehungsweise Änderungsstand
- Zeichnungen und zugehörige Detailzeichnungen
- gewünschte Stückzahl
- Werkstoffvorgaben
- Oberflächenanforderungen
- Toleranzen
- Schweißvorgaben
- Kennzeichnungsanforderungen
- Prüfanforderungen
- gewünschte Dokumentation
- Zubehör
- besondere Einsatzbedingungen
Gibt es mehrere Varianten innerhalb einer Werksnorm, sollte zudem eindeutig angegeben werden, welche Größe oder Ausführung benötigt wird.
Ihre technischen Unterlagen können Sie direkt über die Anfrage an STEBA übermitteln.
Der Revisionsstand sollte eindeutig sein
Werksnormen können sich im Laufe der Zeit verändern. Maße werden angepasst, Werkstoffe geändert oder zusätzliche Prüfanforderungen aufgenommen.
Deshalb sollte bei jeder Anfrage eindeutig erkennbar sein, welcher Revisions- oder Änderungsstand für die Fertigung gilt.
Das ist besonders bei wiederkehrenden Bestellungen wichtig. Eine identische Bezeichnung bedeutet nicht automatisch, dass auch sämtliche technischen Anforderungen gegenüber einer früheren Version unverändert geblieben sind.
Für eine reproduzierbare Fertigung sollten deshalb Werksnorm, Zeichnung und Revisionsstand gemeinsam betrachtet werden.
Werkstoff und Oberfläche nach Werksvorgabe
Industrielle Rohrbefestigungen werden je nach Anwendung unterschiedlichen mechanischen und korrosiven Belastungen ausgesetzt.
Eine Werksnorm kann deshalb nicht nur die Geometrie eines Bauteils, sondern auch Werkstoff und Oberfläche festlegen.
Mögliche Anforderungen betreffen beispielsweise:
- Stahl- oder Edelstahlausführung
- definierte Werkstoffgüten
- blanke beziehungsweise rohe Oberflächen
- Strahlvorbereitung
- Grundierung
- Lackierung
- Mehrschichtlackierung
- Verzinkung
- projektspezifische Beschichtungssysteme
Bei der Festlegung sollte berücksichtigt werden, wo die Rohrbefestigung eingesetzt wird und welchen Umgebungsbedingungen sie ausgesetzt ist.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Bereich Rohrbefestigungen für den Rohrleitungsbau.
Kennzeichnung und Dokumentation in der Werksnorm festlegen
Neben Konstruktion und Material können Werksnormen auch Anforderungen enthalten, die für Rückverfolgbarkeit und Qualitätssicherung wichtig sind.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Bauteilkennzeichnung
- Größenkennzeichnung
- Chargenkennzeichnung
- Werkstoffnachweise
- Prüfbescheinigungen
- Dokumentationsunterlagen
Bei STEBA sind bei verschiedenen Produktgruppen beispielsweise Größen- oder Chargenprägungen sowie auf Wunsch Abnahmeprüfzeugnisse 3.1 möglich. Die konkrete Verfügbarkeit sollte anhand der jeweiligen Bauteilausführung und Projektanforderung geprüft werden.
Sind bestimmte Nachweise vorgeschrieben, sollten diese bereits in der Anfrage beziehungsweise innerhalb der Werksnorm eindeutig definiert sein.
Von der Werksnorm zur fertigen Rohrbefestigung
Eine Fertigung nach Werksnorm beginnt mit der technischen Prüfung der vorhandenen Unterlagen.
1. Werksnorm und Unterlagen bereitstellen
Zunächst werden Werksnorm, Zeichnungen, Stückzahlen und ergänzende technische Anforderungen übermittelt.
2. Ausführung eindeutig zuordnen
Bei mehreren Größen oder Varianten muss feststehen, welche Positionen gefertigt werden sollen und welcher Revisionsstand gültig ist.
3. Fertigungsanforderungen prüfen
Werkstoff, Abmessungen, Oberflächen, Kennzeichnungen und gegebenenfalls besondere Prüfanforderungen werden mit den vorliegenden Unterlagen abgeglichen.
4. Fertigung umsetzen
Nach technischer Klärung können die Rohrbefestigungen entsprechend der vereinbarten Vorgabe hergestellt werden.
5. Wiederholbedarf eindeutig definieren
Bei regelmäßig benötigten Bauteilen ist eine eindeutige Zuordnung von Artikel, Werksnorm und Revisionsstand besonders hilfreich. Dadurch kann bei späteren Anfragen klar festgestellt werden, welche Ausführung benötigt wird.
Fertigung nach Werksnorm für Einzelteile und Serien
Werksnormen sind nicht ausschließlich für große Stückzahlen interessant.
Auch einzelne Ersatzteile oder kleinere Mengen können nach einer bestehenden Unternehmensvorgabe benötigt werden. Gleichzeitig eignet sich die standardisierte technische Grundlage besonders für wiederkehrende Serien.
STEBA fertigt Rohrbefestigungen am Standort in Deutschland von der Einzelanfertigung bis zur Serienproduktion und setzt neben DIN-Vorgaben auch Werksnormen, Zeichnungen und Muster als Fertigungsgrundlage ein.
Dadurch können bestehende kundenspezifische Standards auch bei unterschiedlichen Stückzahlen umgesetzt werden.
Rohrbefestigungen nach Ihrer Werksnorm bei STEBA fertigen lassen
Wenn in Ihrem Unternehmen bereits eigene technische Standards für Rohrbefestigungen bestehen, können diese unmittelbar als Grundlage für eine Fertigungsanfrage dienen.
STEBA fertigt Rohrschellen, Rohrhalter und Rohrschlitten für industrielle Anwendungen und setzt dabei neben Standardausführungen auch kundenspezifische Vorgaben um.
Senden Sie dazu die gültige Werksnorm, vorhandene Zeichnungen, den Revisionsstand und die benötigten Stückzahlen über die Anfrage. So kann geprüft werden, wie sich Ihre Vorgaben fertigungstechnisch umsetzen lassen.
Häufige Fragen zur Fertigung von Rohrbefestigungen nach Werksnorm
Was ist eine Werksnorm bei Rohrbefestigungen?
Eine Werksnorm ist eine unternehmensinterne technische Vorgabe. Sie kann beispielsweise Abmessungen, Werkstoffe, Oberflächen, Kennzeichnungen, Toleranzen und Dokumentationsanforderungen einer Rohrbefestigung festlegen.
Fertigt STEBA Rohrbefestigungen nach kundeneigener Werksnorm?
Ja. STEBA nennt auf den eigenen Produktseiten ausdrücklich die Fertigung nach Werksnorm. Das gilt unter anderem für Rohrschellen, Rohrhalter und Rohrschlitten.
Welche Unterlagen werden für die Fertigung benötigt?
Idealerweise stellen Sie die vollständige und gültige Werksnorm einschließlich Revisionsstand zur Verfügung. Je nach Bauteil werden zusätzlich Zeichnungen, Stückzahlen, Werkstoff- und Oberflächenangaben sowie Prüf- und Dokumentationsanforderungen benötigt.
Können auch bestehende Zeichnungen Bestandteil einer Werksnorm sein?
Ja. Eine Werksnorm kann auf weitere technische Dokumente oder Zeichnungen verweisen. Für die Fertigung sollte eindeutig nachvollziehbar sein, welche Dokumente und Revisionsstände zusammengehören.
Können Rohrbefestigungen nach einer älteren Werksnorm nachgefertigt werden?
Das muss im Einzelfall anhand der vorhandenen Unterlagen geprüft werden. Wichtig ist, dass die gewünschte Version eindeutig bezeichnet wird und sämtliche für die Fertigung notwendigen Angaben verfügbar sind.
Sind auch kleine Stückzahlen nach Werksnorm möglich?
STEBA fertigt Rohrbefestigungen von Einzelanfertigungen bis zur Serienproduktion. Ob eine konkrete Ausführung wirtschaftlich und technisch umgesetzt werden kann, lässt sich anhand der Werksnorm, Stückzahl und Fertigungsanforderungen prüfen.