Bei industriell gefertigten Metallbauteilen endet der Produktionsprozess nicht mit dem Schneiden, Biegen oder Schweißen. Je nach Einsatzbereich benötigt das fertige Bauteil eine geeignete Oberflächenbeschichtung. Sie kann dem Korrosionsschutz dienen, eine kundenspezifische Farbgebung ermöglichen oder Teil einer projektspezifischen technischen Spezifikation sein.
Für Industriekunden spielt dabei nicht nur das verwendete Beschichtungssystem eine Rolle. Auch die Organisation des gesamten Fertigungsprozesses beeinflusst Lieferzeit, Flexibilität und Qualität.
Die steba GmbH verfügt deshalb über eine eigene Lackiererei und integriert die Oberflächenbeschichtung direkt in die Fertigung. Für Kunden bedeutet das vor allem: weniger externe Schnittstellen, kurze Abstimmungswege und die Möglichkeit, Fertigung und Beschichtung gemeinsam auf die jeweiligen Projektanforderungen abzustimmen.
Was bedeutet eine eigene Lackiererei für die industrielle Fertigung?
Bei einer extern vergebenen Beschichtung müssen Bauteile nach ihrer mechanischen Fertigung zunächst verpackt, zu einem Beschichtungsbetrieb transportiert, dort eingeplant und anschließend wieder zurück- oder direkt zum Kunden transportiert werden.
Eine Inhouse-Lackiererei verändert diesen Ablauf. Die Oberflächenbehandlung ist Bestandteil der internen Prozesskette.
Bei steba können beispielsweise Arbeitsschritte wie:
- Zuschneiden
- Umformen
- Schweißen
- Schleifen und Entgraten
- Strahlen
- Grundieren
- Lackieren
- Komplettieren
innerhalb eines abgestimmten Fertigungsablaufs organisiert werden.
Gerade bei Sonderanfertigungen im Rohrleitungsbau ist das relevant. Hier müssen Konstruktion, Werkstoff, Fertigung und Oberfläche häufig gemeinsam betrachtet werden.
Weniger Schnittstellen im Projektablauf
Ein wesentlicher Vorteil einer eigenen Lackiererei liegt in der Reduzierung externer Schnittstellen.
Müssen Fertigung und Beschichtung auf verschiedene Unternehmen verteilt werden, entstehen zusätzliche Übergabepunkte. Zeichnungen, Beschichtungsvorgaben, Terminanforderungen und besondere Bauteilmerkmale müssen zwischen mehreren Beteiligten abgestimmt werden.
Bei einer integrierten Fertigung bleiben diese Informationen innerhalb eines gemeinsamen Produktionsprozesses.
Das erleichtert beispielsweise die Abstimmung von:
- Bauteilgeometrie und Beschichtung
- Schweißkonstruktion und Oberflächenvorbereitung
- Grundierung und Deckbeschichtung
- Farbton und Beschichtungssystem
- beschichteten und unbeschichteten Bereichen
- Stückzahlen und Fertigungsreihenfolge
- Lieferterminen und Projektabschnitten
Für den Kunden reduziert sich damit der Koordinationsaufwand.
Kürzere Wege zwischen Fertigung und Beschichtung
Ein fertig geschweißtes Bauteil muss bei einer eigenen Lackiererei nicht zunächst zu einem externen Beschichter transportiert werden.
Die Beschichtung kann direkt an die vorhergehenden Fertigungsschritte anschließen.
Dadurch entfallen zusätzliche Transporte zwischen Metallfertigung und Lackierbetrieb. Gleichzeitig lassen sich Produktionsplanung und Lackierung unmittelbar miteinander abstimmen.
Das ist besonders interessant, wenn Termine eng geplant sind oder ein Projekt aus unterschiedlichen Losgrößen und mehreren Lieferabschnitten besteht.
Eine eigene Lackiererei garantiert dabei nicht automatisch eine bestimmte Lieferzeit. Sie reduziert jedoch zusätzliche Schnittstellen und schafft bessere Voraussetzungen für eine flexible Produktionsplanung.
Fertigung und Oberfläche aus einer Hand
Industriekunden bestellen häufig nicht einfach ein lackiertes Metallteil. Gefordert wird vielmehr ein Bauteil mit genau definierter Geometrie, Werkstoffqualität, Oberfläche und gegebenenfalls weiteren projektspezifischen Merkmalen.
Bei steba lassen sich diese Anforderungen gemeinsam betrachten.
So können beispielsweise Rohrhalter nach der Fertigung direkt gestrahlt, grundiert, lackiert oder mit einem mehrschichtigen Beschichtungssystem versehen werden.
Auch bei Rohrschlitten kann die Oberflächenausführung auf Werkstoff, Konstruktion, Einsatzumgebung und Kundenvorgaben abgestimmt werden.
Für Einkäufer und Projektverantwortliche entsteht damit ein zentraler Ansprechpartner für das fertig beschichtete Bauteil.
Mehr Flexibilität bei projektspezifischen Anforderungen
Industrieprojekte folgen nicht immer einem Standard.
Je nach Auftrag können sich Anforderungen an Farbe, Schichtaufbau, Oberflächenvorbereitung oder bestimmte Funktionsbereiche unterscheiden. Bei Zeichnungsteilen kommen zusätzlich individuelle Geometrien und Stückzahlen hinzu.
Eine eigene Lackiererei erleichtert den Umgang mit solchen projektspezifischen Anforderungen.
Möglich sind bei steba unter anderem:
- Grundierungen
- Endbeschichtungen
- Teilbeschichtungen
- mehrschichtige Beschichtungssysteme
- projektspezifische Farbvorgaben
- kundenspezifische Beschichtungssysteme
Gerade bei Sonderteilen ist diese Flexibilität wichtig. Beschichtung und mechanische Fertigung können gemeinsam geplant werden, statt die Oberfläche erst nach Abschluss der Bauteilfertigung separat zu betrachten.
Unterschiedliche Spritzverfahren für verschiedene Anforderungen
Nicht jedes Bauteil und nicht jedes Beschichtungssystem stellt dieselben Anforderungen an die Applikation.
In der eigenen Lackiererei stehen steba unterschiedliche Spritzverfahren zur Verfügung:
Airless
Beim Airless-Verfahren wird das Beschichtungsmaterial unter hohem Druck zerstäubt. Das Verfahren eignet sich für zahlreiche industrielle Beschichtungsaufgaben und ermöglicht einen effizienten Materialauftrag.
Airmix beziehungsweise AirCoat
Beim luftunterstützten Hochdruckspritzen wird der Materialdruck mit zusätzlicher Luftunterstützung kombiniert. Dadurch lassen sich unterschiedliche Anforderungen an Auftrag und Oberflächenqualität abdecken.
HVLP beziehungsweise Airspray
HVLP arbeitet mit vergleichsweise niedrigem Luftdruck. Das Verfahren kann insbesondere dort eingesetzt werden, wo ein kontrollierter Lackauftrag und eine hochwertige Oberfläche gefragt sind.
Elektrostatisches Spritzverfahren
Bei der elektrostatischen Lackierung wird die elektrische Ladung genutzt, um den Lackauftrag auf geeigneten Werkstücken zu unterstützen.
Welches Verfahren eingesetzt wird, richtet sich nach Bauteilgeometrie, Werkstoff, Beschichtungsmaterial und gewünschtem Ergebnis.
Korrosionsschutz passend zum Einsatzbereich
Eine Lackierung erfüllt bei industriellen Bauteilen häufig eine technische Schutzfunktion.
Feuchtigkeit, Witterung, salzhaltige Atmosphäre, chemische Einflüsse oder mechanische Beanspruchung können die Oberfläche eines Stahlbauteils belasten. Das geeignete Beschichtungssystem muss deshalb auf die tatsächlichen Einsatzbedingungen abgestimmt werden.
Ein einfacher Anstrich ist nicht automatisch für jede Umgebung geeignet.
Je nach Projekt können beispielsweise Grundierung und Deckbeschichtung oder mehrschichtige Systeme erforderlich sein. Auch die Oberflächenvorbereitung des Bauteils spielt für den späteren Beschichtungsaufbau eine wichtige Rolle.
Besonders bei Anwendungen im Rohrleitungsbau, Schiffbau, Anlagenbau oder Offshore-Bereich sollte der gewünschte Korrosionsschutz deshalb möglichst früh festgelegt werden.
Sonderfarben und projektspezifische Beschichtungssysteme
Neben dem technischen Korrosionsschutz können Industriekunden konkrete Vorgaben zur Ausführung machen.
Dazu gehören beispielsweise:
- definierte Farbtöne
- spezielle Grundierungen
- bestimmte Deckbeschichtungen
- mehrstufige Beschichtungsaufbauten
- teilweise lackierte Bauteile
- Bereiche, die beschichtungsfrei bleiben müssen
- Vorgaben eines Anlagenbetreibers oder Auftraggebers
Solche Anforderungen sollten bereits in Zeichnungen und technischen Spezifikationen eindeutig beschrieben werden.
Je früher sie bekannt sind, desto besser können Fertigungsfolge, Oberflächenvorbereitung und Beschichtung aufeinander abgestimmt werden.
Vorteile bei Einzelteilen, Kleinserien und Serien
Eine eigene Lackiererei bietet nicht nur bei großen Serien Vorteile.
Auch bei Einzelanfertigungen und kleineren Stückzahlen kann die direkte Verbindung zwischen Metallfertigung und Beschichtung sinnvoll sein. Insbesondere bei Sonderbauteilen müssen häufig individuelle Oberflächenvorgaben umgesetzt werden.
Bei wiederkehrenden Serien wiederum ist eine reproduzierbare Prozessabfolge wichtig.
steba fertigt sowohl Einzelteile und Prototypen als auch Kleinserien und Serien. Die Beschichtung kann dabei direkt in den jeweiligen Fertigungsablauf integriert werden.
Das ermöglicht einen durchgängigen Prozess vom Rohmaterial bis zum fertig beschichteten Bauteil.
Besonders interessant für anspruchsvolle Industrieprojekte
Die Vorteile einer eigenen Lackiererei kommen vor allem dann zum Tragen, wenn mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden müssen.
Typische Beispiele sind:
- individuelle Zeichnungsteile
- unterschiedliche Losgrößen
- anspruchsvolle Korrosionsschutzanforderungen
- Sonderfarbtöne
- mehrschichtige Beschichtungssysteme
- kurzfristige technische Änderungen
- definierte beschichtungsfreie Bereiche
- wiederkehrende Serien
- projektbezogene Oberflächenspezifikationen
In solchen Fällen reduziert eine integrierte Fertigung die Zahl der beteiligten Schnittstellen und erleichtert die technische Abstimmung.
Eigene Lackiererei als Teil einer hohen Fertigungstiefe
Der eigentliche Vorteil für Industriekunden besteht deshalb nicht allein darin, dass ein Hersteller selbst lackieren kann.
Relevant ist die Verbindung verschiedener Fertigungsschritte.
steba fertigt Rohrbefestigungen und individuelle Metallkomponenten am Standort in Deutschland. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Schneiden, Umformen, Schweißen, Roboterschweißen, Schleifen, Entgraten, Strahlen, Lackieren und Komplettieren.
Damit kann die Oberfläche bereits als Bestandteil des gesamten Fertigungskonzepts berücksichtigt werden.
Für den Kunden entsteht ein durchgängiger Prozess: von der technischen Vorgabe über die Metallbearbeitung bis zum fertig beschichteten Bauteil.
Weitere Informationen über Fertigungsverfahren und Beschichtungsmöglichkeiten finden Sie auf der Startseite der steba GmbH.
Welche Angaben benötigt steba für eine projektspezifische Lackierung?
Je genauer die Anforderungen beschrieben sind, desto gezielter lässt sich die Beschichtung planen.
Hilfreich sind insbesondere:
- Bauteilzeichnung oder CAD-Daten
- Werkstoff
- Stückzahl
- Einsatzbereich
- Umgebungsbedingungen
- gewünschte Oberflächenvorbereitung
- Beschichtungssystem
- Grundierung und Deckbeschichtung
- gewünschter Farbton
- Bereiche, die nicht lackiert werden dürfen
- besondere Vorgaben zu Kontakt-, Pass- oder Funktionsflächen
- projektbezogene Spezifikationen
Sind bereits Beschichtungsvorschriften des Anlagenbetreibers oder Auftraggebers vorhanden, sollten diese möglichst gemeinsam mit der Anfrage übermittelt werden.
Eigene Lackiererei bei steba
Die eigene Lackiererei ergänzt die Metallfertigung von steba um einen wichtigen Prozessschritt.
Industriekunden profitieren dabei insbesondere von kurzen Wegen zwischen Fertigung und Beschichtung, weniger externen Schnittstellen und der Möglichkeit, individuelle Oberflächenanforderungen direkt in die Produktionsplanung einzubeziehen.
Von der Grundierung über End- und Teilbeschichtungen bis zum projektspezifischen Mehrschichtsystem können unterschiedliche Anforderungen umgesetzt werden. Verschiedene Spritzverfahren ermöglichen zudem eine an Bauteil und Beschichtungssystem angepasste Verarbeitung.
So erhalten Sie nicht nur ein gefertigtes Metallbauteil, sondern eine auf Konstruktion, Anwendung und Projektvorgaben abgestimmte Lösung.
Häufige Fragen zur eigenen Lackiererei
Welche Vorteile hat eine eigene Lackiererei für Industriekunden?
Eine eigene Lackiererei reduziert externe Schnittstellen zwischen Metallfertigung und Beschichtung. Fertigungsablauf, Oberfläche und Lieferplanung können direkt miteinander abgestimmt werden. Das erhöht die Flexibilität und reduziert zusätzlichen Transport- und Koordinationsaufwand.
Welche Beschichtungen bietet steba an?
Je nach Projekt sind unter anderem Grundierungen, Endbeschichtungen, Teilbeschichtungen und mehrschichtige Beschichtungssysteme möglich. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Werkstoff, Einsatzbedingungen und Kundenspezifikation.
Können Sonderfarben umgesetzt werden?
Projektbezogene und kundenspezifische Farbvorgaben können berücksichtigt werden. Der gewünschte Farbton und weitere Anforderungen sollten möglichst bereits in der Anfrage beziehungsweise technischen Spezifikation angegeben werden.
Welche Lackierverfahren setzt steba ein?
Zur Verfügung stehen unter anderem Airless, Airmix beziehungsweise AirCoat, HVLP beziehungsweise Airspray sowie elektrostatische Spritzverfahren. Das geeignete Verfahren wird entsprechend dem Bauteil und der jeweiligen Beschichtungsanforderung ausgewählt.
Können auch Sonderanfertigungen lackiert werden?
Ja. Individuell gefertigte Rohrschellen, Rohrhalter, Rohrschlitten und weitere Sonderbauteile können mit einer projektspezifischen Oberflächenausführung gefertigt werden.
Ist eine Mehrschichtlackierung möglich?
Ja. Neben Grundierungen und Endbeschichtungen können auch mehrschichtige Beschichtungssysteme umgesetzt werden. Welcher Aufbau geeignet ist, hängt von den jeweiligen Projekt- und Einsatzbedingungen ab.
Was sollte bei einer Anfrage zur Beschichtung angegeben werden?
Hilfreich sind insbesondere Werkstoff, Zeichnung, Stückzahl, Einsatzbedingungen, gewünschtes Beschichtungssystem, Farbton und Angaben zu Flächen, die nicht beschichtet werden dürfen. Bestehende Kundenspezifikationen sollten ebenfalls mitgesendet werden.